Allianz WärmeZukunft – Innovationslabor für die Wärmewende in Österreich
Rund die Hälfte des österreichischen Endenergieverbrauchs entfällt auf Wärme – und zwei Drittel davon stammen noch immer aus fossilen Quellen. Damit ist der Wärme- und Kältesektor einer der größten Hebel für Klimaschutz, Energiesouveränität und regionale Wertschöpfung. Um die Transformation dieses Sektors zu beschleunigen, wurde die Allianz WärmeZukunft gegründet – ein bundesweites Innovationslabor, das Forschung, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft systematisch vernetzt.
Das Innovationslabor wird von Green Energy Lab und AEE INTEC getragen und durch den Klima- und Energiefonds im Rahmen des Programms „Innovationslabore für Energie“ gefördert. Über einer Laufzeit von acht Jahren (Projektstart 2026) und mit einem Gesamtbudget von 10 Millionen Euro wird die Allianz WärmeZukunft zentrale Herausforderungen der Wärmewende adressieren – von Entwicklung neuer Technologien über die Gestaltung geeigneter rechtliche Rahmenbedingungen bis hin zur Erarbeitung innovativer Geschäftsmodelle und partizipativer Formate.
Ziel ist die Schaffung eines nationalen Innovationsökosystems, das Projektideen in allen Entwicklungsphasen begleitet – von der Forschung und Demonstration bis zur marktnahen Umsetzung. Auf diese Weise werden aus Konzepten konkrete Projekte, die in Österreich und darüber hinaus als Vorzeigebeispiele für eine klimaneutrale Wärmeversorgung dienen können.
Systemisch statt isoliert denken
Im Mittelpunkt steht die sogenannte Innovationsfeldlogik, die den Wärme- und Kältesektor in sechs thematische Handlungsfelder gliedert:
- Bau- und Gebäudetechnik – Energieeffiziente Sanierung, Sektorenkopplung, Speicherintegration
- Klimaanpassung Integrierte Quartierskonzepte – Zusammenspiel von Gebäuden, Energiequellen und Infrastrukturen
- Fernwärme und Fernkälte – Transformation bestehender Netze, Einbindung erneuerbarer Quellen
- Kreislaufwirtschaft & kommunale Symbiosen – Nutzung von Abwärme, Re-Use, zirkuläre Konzepte
- Soziale, ökonomische und rechtliche Innovationen – Beteiligung, Finanzierung, neue Geschäftsmodelle
- Quartiers-, Gemeinde- und Stadtplanung – Datenbasierte Wärmeplanung und
Diese Struktur ermöglicht eine ganzheitlicheBearbeitung technologischer, sozialer und wirtschaftlicher Themen – mit einem klaren Fokus auf Wirkung, Skalierbarkeit und Akzeptanz.
Gemeinsam für klimaneutrale Wärme
Die Allianz WärmeZukunft versteht sich als Koordinations- und Kommunikationsplattform, die alle relevanten Akteure einbindet: Städte und Gemeinden, Energieversorger, Industrie und Gewerbe, Forschungseinrichtungen, Politik und Bürger*innen. Durch partizipative Formate, Wissenstransfer und Identifikation neuer Projektvorhaben werden Bedarfe gezielt in Innovationen überführt.
Der Ansatz folgt einem durchgängigen Innovationspfad: von der Idee über Forschung und Demonstration bis zur Investition und Umsetzung. Dabei werden bestehende Förderinstrumente auf nationaler und europäischer Ebene – etwa FFG, Klima- und Energiefonds, Horizon Europe oder Interreg – gezielt verknüpft.
So entsteht ein lernendes System, das Projekte entlang ihrer Reifegrade begleitet und die Einführung klimaneutraler Lösungen in den Markt aktiv unterstützt.
Impulse für Wirtschaft und Gesellschaft
Die Wärmewende ist nicht nur ein Klimaschutzmaßnahme, sondern stellt auch eine wirtschaftliche Chance dar. Laut der Studie „Wärmewende 2040“ kann die vollständige Transformation des Wärme- und Kältesektors bis 2040 eine zusätzliche jährliche Wertschöpfung von rund 6 Milliarden Euro und ein Beschäftigungsplus von 1 % generieren.
Mit der Allianz WärmeZukunft erhält Österreich ein Instrument, das technische Innovation, gesellschaftliche Akzeptanz und wirtschaftliche Tragfähigkeit miteinander verbindet – und so den Weg in eine klimaneutrale Energiezukunft ebnet.
Auftrag/Fördergeber
Programm
Innovationslabore für Energie