Auszeichnung für Biomasse-Heizwerke und -Wärmenetze
Am 19. Jänner 2023 zeichneten Bundesministerin Leonore Gewessler (BMK) und klimaaktiv QM Heizwerke im Rahmen der 7. Mitteleuropäischen Biomassekonferenz (CEBC) in Graz neun österreichische Biomasse-Heizwerke und -Wärmenetze aus. Die Vorzeigeprojekte entsprechen den höchsten technischen sowie wirtschaftlichen Effizienzkriterien und wurden für die Nutzung erneuerbarer Energieträger, ihre schlüssigen Gesamtkonzepte sowie das besondere Engagement der Anlagenbetreiber*innen prämiert. Außerdem wurde ein Planer und QM Heizwerke-Qualitätsbeauftragter für seine Leistungen ausgezeichnet. AEE INTEC ist für die Programmleitung von klimaaktiv QM Heizwerke verantwortlich.
Die Auszeichnungen im Überblick:
Das Biomasseheizwerk Saalfelden (Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation, Salzburg) zeichnet sich durch umfassende Modernisierungsmaßnahmen aus, die eine hohe Effizienz und insbesondere einen hohen Anteil an Wärmerückgewinnung durch aktive Rauchgaskondensation mit einer Wärmepumpe ermöglichen.
Das Heizwerk Mischendorf (KD Nahwärme GmbH, Burgenland) wurde für umfassende Optimierungsmaßnahmen am Biomassekessel, an der Wärmeverteilung im Netz sowie bei den Kundinnen und Kunden ausgezeichnet.
Das Heizwerk Ulrichsberg (Nahwärme Ulrichsberg eGen, Oberösterreich) wurde in den letzten Jahren stetig erweitert und modernisiert. Durch die Integration einer Rauchgaskondensation können rund 20 Prozent Brennstoff eingespart werden. Ein großer Pufferspeicher ermöglicht die Spitzenlastabdeckung gänzlich ohne fossile Energieträger.
Die Nahwärme St. Anton am Arlberg (Nahwärme St. Anton am Arlberg GmbH, Tirol) zeichnet sich durch eine hohe Gesamteffizienz aus, die insbesondere durch sehr geringe Netzverluste erreicht wird. Zusätzlich wird das Heizwerk in naher Zukunft um eine Photovoltaik- und „Power to Heat“-Anlage erweitert.
Bei der Wärmeversorgung Radenthein/Döbriach (Bioprojekt Radenthein GmbH & Bioprojekt Döbriach GmbH, Kärnten) können durch eine Abwärmeeinspeisung aus der Wärmerückgewinnung der RHI AG in Kombination mit einer effizienten Rauchgaskondensation über eine Transportleitung von Radenthein nach Döbriach zwei weitere Ortschaften ohne den Bau eines weiteren Heizwerkes mit Fernwärme versorgt werden.
Im Nahwärme-Heizwerk-Wagrain (Bioenergie Wagrain GmbH, Salzburg) wurde erstmals eine aktive Rauchgaskondensation mit Absorptions-Wärmepumpe in einem Biomasseheizwerk umgesetzt. Das ermöglicht eine signifikant höhere Wärmerückgewinnung und Brennstoffeinsparung.
Das Biomasse-Anlagencontracting Aigner-ProPet (aigner energie contracting GmbH, Niederösterreich) versorgt die Pro Pet Austria Heimtiernahrung GmbH (ProPet) in Gastern mit erneuerbarer Prozesswärme. Insbesondere die Nutzung der Abwärme der Kältezentrale von ProPet, sowie die Versorgung von Gemeindeobjekten über ein Nahwärmenetz zeichnen die erfolgreiche Kooperation der beiden Partner aus.
Die Naturwärme Montafon (naturwärme-montafon biomasse-heizkraftwerk gmbh, Vorarlberg) hat Optimierungsmaßnahmen bei den Kunden, bei der Feuerungsregelung und insbesondere bei der hydraulischen Verschaltung im Heizkraftwerk (Kessel, ORC-Turbine und Rauchgaskondensation) mit einer deutlichen Steigerung der Gesamteffizienz durchgeführt. Die Hydraulikoptimierung basiert auf der vorbildlichen Anwendung von Standards des Qualitätsmanagementsystems QM Heizwerke (Standardschaltungen).
Im Biomasseheizwerk Rotholz (Bioenergie Tirol Nahwärme GmbH, Tirol) wurde eine doppelstufige Abgaswärmerückgewinnung installiert. Aus dem Vorlauf der Rauchgaskondensation kann ein Niedertemperatur-Subnetz der neu gebauten HBLFA Tirol nahezu vollständig beheizt werden.
Dipl.-Ing. Ewald Jaunegg, BSc (Ingenieurbüro Ewald Jaunegg e.U.) zeichnet sich durch Pionierleistungen im Bereich der Anwendung von Absorptionswärmepumpen in Biomasse-Heizwerken, sowie durch die Umsetzung von innovativen Anlagenkonzepten zur Effizienzsteigerung aus. Er ist unter anderem auch als Planer für zwei der diesjährig ausgezeichneten Anlagen verantwortlich.
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