Datenbasiertes Portfoliomanagement für die Dekarbonisierung des gemeinnützigen Wohnungsbestandes

© AEE INTEC / Christoph Moser, KI generiert

Wie kann die Dekarbonisierung des gemeinnützigen Wohngebäudebestands strategisch, leistbar und datenbasiert umgesetzt werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Forschungsprojekt GBV-DEKA. Ziel ist eine branchentaugliche Portfoliomanagement-Methode, die gemeinnützige Bauvereinigungen bei Sanierungsentscheidungen und Transformationspfaden unterstützt.

Eine zentrale Grundlage dafür ist die Qualität der Gebäudedaten. Im ersten Projektjahr wurde mit einer breiten Datenerfassung und -aufbereitung begonnen. Dazu werden Datenquellen der gemeinnützigen Bauvereinigungen zusammengeführt, darunter Verwaltungsdaten, Informationen aus Objektbegehungen, Verbrauchsdaten und Energieausweise. Diese Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen, bilden aber bereits eine wichtige Basis, um ein Bild des Gebäudebestands zu gewinnen und zentrale Informationen zu verknüpfen.

Ein wichtiger Meilenstein war das Einlesen von mehr als 5.000 Energieausweisen. Diese Daten werden aktuell ausgewertet, harmonisiert, plausibilisiert und für die spätere Modellbildung vorbereitet. Dabei zeigt sich, dass Gebäudedaten häufig in unterschiedlichen Formaten, Detailgraden und Qualitäten vorliegen. Eine zentrale Erkenntnis ist daher, dass Datenstrukturierung und Qualitätssicherung Voraussetzungen für strategische Sanierungsplanung sind.

Um heterogene Datenmengen nutzbar zu machen, kommen KI-gestützte Methoden zum Einsatz. Sie unterstützen bei der Extraktion, Strukturierung und Plausibilisierung von Informationen. Der Nutzen für die Branche liegt darin, Informationen schneller verfügbar zu machen und Grundlagen für Portfolioentscheidungen vorzubereiten.

AEE INTEC koordiniert das Projekt und bringt Expertise in Gebäudetechnologien, Datenanalyse, Bewertungsmethodik und Wissenstransfer ein. Bei der fachlichen und methodischen Entwicklung wird AEE INTEC von den Forschungspartnern EIV und IIBW unterstützt. Gemeinsam mit den Branchenpartnern werden Datengrundlagen aufbereitet, Auswertungsmethoden weiterentwickelt und Bewertungsmodelle vorbereitet.

Im Rahmen des Konsortialmeetings Ende Mai wurden der aktuelle Stand der Datenerhebung und erste Zwischenergebnisse vorgestellt. Im Mittelpunkt standen dabei die bisher erfassten Energieausweise, Verbrauchsdaten, Informationen aus Objektbegehungen und Verwaltungsdaten der beteiligten gemeinnützigen Bauvereinigungen. Darüber hinaus wurde die derzeit entwickelte Datenstruktur präsentiert, mit der die unterschiedlichen Datenquellen zusammengeführt und für weitere Analysen nutzbar gemacht werden sollen. Die bisherigen Arbeiten zeigen bereits, welche Informationen für strategische Sanierungsentscheidungen besonders relevant sind und wo Herausforderungen hinsichtlich Datenverfügbarkeit, Vergleichbarkeit und Qualität bestehen.

In den nächsten Projektphasen werden die Datengrundlagen weiter vervollständigt und aufbereitet, Bewertungsmodelle entwickelt sowie konkrete Sanierungsszenarien erstellt. Darauf aufbauend wird die Portfoliomanagement-Methode schrittweise konkretisiert und gemeinsam mit den Projektpartnern auf ihre Praxistauglichkeit geprüft. Am Ende des Projekts soll eine branchentaugliche Methode zur Verfügung stehen, mit der gemeinnützige Bauvereinigungen ihre Gebäudebestände systematisch analysieren, Gebäude nach ihrem Handlungsbedarf bewerten, Sanierungsmaßnahmen priorisieren und langfristige Dekarbonisierungspfade für ihre Portfolios entwickeln können.

Auftrag/Fördergeber

Bundesministerium Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI)

Programm

Collective Research 24/26, Basisprogramm Ausschreibung 2025

Projektkoordinator

AEE – Institut für Nachhaltige Technologien

 

Projektpartner

Forschungspartner:

 

Branchenpartner:

 

Kontakt

Christoph Moser