Energieeffizienz und Erneuerbare Energien für die peruanische Industrie

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Für das von der UNIDO geförderte Projekt „Desarollo de zonas industriales sostenibles en Perú“ steht die Industriezone Callao in der peruanischen Hauptstadt Lima mit ca. 70 teilnehmenden Industriebetrieben verschiedener Branchen wie zum Beispiel Lebensmittel, Metallverarbeitung, Plastik, Gießerei, Textil und Papier im Mittelpunkt. In früheren Projektphasen wurden bereits Energieaudits in den teilnehmenden Betrieben durchgeführt und Energieeffizienzmaßnahmen vorgeschlagen sowie Finanzierungshilfen für deren Umsetzung zur Verfügung gestellt.
Die Aufgabe von AEE INTEC ist es nun, das Potenzial für den Einsatz erneuerbarer Energien in den Produktionsprozessen zu evaluieren und mögliche Umsetzungskonzepte auszuarbeiten, für die im nächsten Schritt Finanzierungskonzepte vom Projektpartner REENAG erstellt werden. Als Datengrundlage dienen Steckbriefe aller teilnehmenden Firmen mit Produktions- und Verbrauchskennzahlen und Beschreibungen ihrer Prozesse, welche in einer Datenbank gesammelt und ausgewertet werden. Diese Daten werden zur besseren Visualisierung und genaueren Analyse in eine Karte der Region mithilfe des Geoinformationssystems (GIS) eingebettet. Hiermit können die Firmen gut lokalisiert, ihre Energieverbräuche mithilfe farbiger, größenvariabler Kreise einfach verglichen und besonders verbrauchsintensive Nachbarschaften identifiziert werden.

Site Visits & Workshop

Sieben Beispielbetriebe verschiedener Branchen wurden ausgewählt und ihre Produktionsanlagen vor Ort besucht, was eine genauere Potenzial- und Bedarfseinschätzung ermöglicht. Dabei sind die Bedürfnisse und Potenziale individuell sehr unterschiedlich, wodurch eine breite Palette von Technologien vorgeschlagen werden kann. So bieten beispielsweise organisch beladene Abwässer von Fisch- und Papierfabriken das Potenzial einer Biogasanlage, was den besonders hohem Erdgasverbrauch in diesen Betrieben reduzieren könnte. Große Dachflächen einer plastikverarbeitenden Firma könnten wiederum durch Photovoltaiknutzung ihren Beitrag zur Deckung des erheblichen Strombedarfs der Maschinen leisten.
In vielen Fällen kann das identifizierte Energiepotenzial intern genutzt werden. Teilweise ist das jedoch nicht der Fall, vor allem bei Hochtemperaturprozessen, bei denen hochexergetische Abwärme abfällt. Hier wird die Möglichkeit der Auskopplung und Nutzung durch benachbarte Firmen geprüft. Das Konzept der Fern- bzw. Industriewärme ist jedoch eine Neuheit in Peru und stößt noch auf erhebliche regulatorische Hürden. Hindernisse wie diese werden im Rahmen des Projekts evaluiert und Maßnahmen zur Verbesserung vorgeschlagen. Sehr hilfreich war in diesem Zusammenhang ein Workshop, der von AEE INTEC in Callao mit Industrievertreter*innen, Regierungsmitgliedern und Consultingfirmen sowie Technologieherstellern durchgeführt wurde. In interaktiven Sessions wurden die Anforderungen sowie mögliche Potenziale der einzelnen Firmen vorgestellt sowie mögliche Synergien, wie beispielsweise eine gemeinsame Abwärmenutzung herausgearbeitet.

Projektkoordinator

Projektpartner


Kontakt

Wolfgang Gruber-Glatzl

Fördergeber

UNIDO