Energiewende am Sambesi: Internationale Konferenz zu nachhaltiger Wärme in Victoria Falls
Die 9. SOLTRAIN-Konferenz in Victoria Falls setzte ein klares politisches Signal für den Ausbau erneuerbarer Wärme im südlichen Afrika. Im Rahmen der 2nd SADC Sustainable Energy Week diskutierten hochrangige Vertreter*innen aus Politik, Forschung und internationalen Organisationen konkrete Schritte zur Skalierung solarthermischer Technologien und zur Integration erneuerbarer Wärme in regionale Energiestrategien.
Was könnte ein besserer Ort sein, um über die Zukunft nachhaltiger Energie in der SADC-Region zu diskutieren, als die Ufer des Sambesi? Der Fluss bildet die Grenze zwischen Zimbabwe und Sambia und ist zugleich einer der wichtigsten natürlichen Lebensräume und Energiequellen im südlichen Afrika. Nur wenige Kilometer flussabwärts stürzen die Victoriafälle in die Tiefe – ein symbolträchtiger Ort für die Kraft natürlicher Ressourcen und deren nachhaltige Nutzung.
An diesem Standort trafen sich politische Entscheidungsträgerinnen, Energieexpertinnen und internationale Partner zur 9. SOLTRAIN-Konferenz. Neben dem Vizepräsidenten und Energieminister von Zimbabwe waren Energieminister*innen mehrerer SADC-Länder vertreten. Im Mittelpunkt standen regionale Zusammenarbeit, gemeinsame Infrastrukturentwicklung sowie harmonisierte regulatorische Rahmenbedingungen. Ein zentrales Ergebnis: Eine gerechte Energiewende erfordert verstärkte regionale Integration und koordinierte Umsetzungsschritte.
SOLTRAIN positioniert erneuerbare Wärme als strategischen Baustein der Energiewende. Solarthermie und ergänzende Wärmetechnologien tragen zur Reduktion von CO₂-Emissionen bei, senken den Stromverbrauch, entlasten Netze und vermeiden Investitionen in neue Kraftwerkskapazitäten. Innovative Systemlösungen – etwa Power-to-Heat-to-Power-Konzepte – wurden als Elemente zukünftiger flexibler Energiesysteme thematisiert.
Als Projektkoordinator war AEE – Institut für Nachhaltige Technologien (AEE INTEC) mit mehreren Beiträgen vertreten. Wolfgang Gruber-Glatzl und Christoph Brunner präsentierten zentrale Ergebnisse und strategische Perspektiven, während Rudi Moschik und Anna Gantner technische und programmatische Inputs lieferten.
Die Wirkung der SOLTRAIN Initiative ist klar messbar: Mehr als 6.400 Fachkräfte wurden ausgebildet, davon rund 1.400 in den letzten drei Jahren. Über 1.000 Demonstrationsanlagen belegen die praktische Umsetzung erneuerbarer Wärmetechnologien. Parallel wurde die Zusammenarbeit mit Finanzinstitutionen intensiviert, um tragfähige Investitionsmodelle zu entwickeln.
Heute ist SOLTRAIN in Namibia, Botswana, Zimbabwe, Lesotho und Südafrika etabliert und wurde auf weitere Länder – darunter Eswatini, Malawi, Sambia und Tansania – ausgeweitet. Neue Trainingsprogramme sowie mobile Trainingsstände für Solarthermie und Wärmepumpen ermöglichen praxisnahe Qualifizierung in der gesamten Region.
Ein wichtiger Schwerpunkt bleibt der Wissenstransfer sowie die Förderung der nächsten Fachkräftegeneration – insbesondere die stärkere Einbindung von Frauen in technische Berufe und grüne Energietechnologien.
Im Outcome Statement der Konferenz wurde als zentrales Handlungsfeld festgehalten:
“Scale-up solar thermal technologies, policy, regulation, capacity building, innovation, and integration of solar heating and cooling into broader energy transition strategies.”
Damit wurde erneut unterstrichen: Erneuerbare Wärme – insbesondere Solarthermie – spielt eine zentrale Rolle für die zukünftige Transformation der Energiesysteme im südlichen Afrika.
Auftrag/Fördergeber
Austrian Development Agency (ADA)
Projektkoordinator
Projektpartner
- Bethel Business and Community Development Centre, Lesotho
Clean Energy Research Centre (University of Botswana) - Namibia Energy Institute (Namibia University of Science and Technology)
- SACREEE (The Southern African Development Community’s Centre for Renewable Energy and Energy Efficiency), Namibia
- Empresa Nacional de Parques de Ciência e Tecnologias, E.P, Mozambique
Centre of Renewable and Sustainable Energy Studies (Stellenbosch University), South Africa - South African National Energy Development Institute (SANEDI), South Africa
- National University of Science and Technology, Zimbabwe