Erneuerbare Energieversorgung zur Dekarbonisierung der Industrie
Am 17.11.2022 fand in Wien die Abschlussveranstaltung des Projektes „CORES – Integration kombinierter und erneuerbarer Energiesysteme“ in der Industrie statt. Das Konsortium um AEE INTEC hat Ergebnisse des Projektes vorgestellt, dessen Ziel es war, Konzepte für Unternehmen zu entwickeln, mit denen unterschiedliche erneuerbare Technologien bestmöglich kombiniert werden können, um den industriellen Wärme- und Kältebedarf <400 °C abzudecken.
Etwa 75 Prozent des gesamten industriellen Energiebedarfs werden für den Wärme- und Kältebedarf aufgewandt, davon etwa 50 Prozent für Prozesse mit einem Temperaturbedarf <400 °C. In Anbetracht begrenzter, kurzfristig verfügbarer nationaler Ressourcen erneuerbaren Stroms und des hohen F&E Bedarf im Bereich Wasserstoff, ist es essentiell jene erneuerbaren Technologien zu nutzen, die schon jetzt einsetzbar und verlässlich sind. Im Projekt lag der Fokus neben der Energieeffizienz deshalb auf der Nutzung von Abwärme, Wärmepumpen, Solarthermie, Photovoltaik und PVT und notwendiger thermischer Speicher. Im Projekt waren drei Industrieunternehmen beteiligt, anhand deren bestehender Energiesysteme die Methodik von CORES entwickelt, angewandt und vereinfacht wurde.
Was wurde erreicht?
- Simulationsmodelle der Technologien und deren Integration in Systemsimulationen
- Identifikation und Bewertung unterschiedlicher Technologiekombinationen
- Optimierung der Verschaltungen (technisch und wirtschaftlich)
- Ableitung einsetzbarer Regelungsstrategien
- Quick-Check-Tool zur Identifikation sinnvoller Konzepte als Basis für Detailanalysen in unterschiedlichen Unternehmen und Sektoren
CORES war Teil eines D-A-CH-Projektes, in dem nationale F&E-Vorhaben in Deutschland, der Schweiz und Österreich an einem gemeinsamen Ziel arbeiten. Elvira Lutter (Klima- und Energiefonds) hob im Rahmen der abschließenden Podiumsdiskussion hervor, dass CORES hier ein absolutes Vorzeigeprojekt ist. Felix Pag (Universität Kassel, Konsortialführer des deutschen Projektteils) wies auf die Herausforderungen der Dekarbonisierung in Deutschland aufgrund eines vergleichsweisen geringen Anteils erneuerbaren Stroms und folgerichtig auf die Aktualität von CORES hin. Die Bedeutung von Technologien wie Solarthermie und Wärmepumpen in zukünftigen Energiesystemen hoben Roger Hackstock (Austria Solar) und Thomas Fleckl (AIT) hervor. CORES trägt dazu bei, vorhandene Technologien zu verbreiten und vor allem sinnvoll zu kombinieren. Am Ende des Tages ist es wichtig, Lösungen zu demonstrieren und die anwesenden Partner von Agrana Fruit Austria und Gebrüder Woerle GmbH bekräftigten, dass sie dank CORES wesentlich weiter in der Beantwortung akuter Fragestellungen sind. „Jetzt gilt es, die Lösungen auch über die beteiligten Betriebe und Sektoren hinaus zu verbreiten“, hoben Maximilian Mauthe (Industriellenvereinigung) und Sonja Starnberger (Energieinstitut der Wirtschaft GmbH) hervor. Christoph Brunner (AEE INTEC) fasste die rege Diskussion schließlich so zusammen: „In drei Jahren sollte es dieselbe Veranstaltung geben, dann aber mit einer Vielzahl erfolgreicher CORES-Umsetzungen. Die Forschung leistet, unterstützt vom Klima- und Energiefonds, ihren Anteil, die Betriebe sind offensichtlich bereit, das Erreichte jetzt umzusetzen!“
CORES wurde aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms „Energieforschung“ durchgeführt.
Projektpartner
TU Wien, Institut für Energietechnik und Thermodynamik, www.tuwien.at
AIT Austrian Institute of Technology GmbH, www.ait.ac.at
AutomationX GmbH, www.automationx.com
StadtLABOR – Innovation für urbane Lebensqualität GmbH, https://stadtlaborgraz.at
Lasselsberger GmbH, www.lasselsberger.com
AGRANA Fruit Austria GmbH, www.agrana.com
Gebrüder Woerle Gesellschaft m.b.H., www.woerle.at
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