Hybrider Energieverbund am Pogusch auf 1059 METER Seehöhe fertiggestellt
Ziel des Projekts „Energy²POG“ war die Umsetzung eines hybriden, hinsichtlich betrieblicher Stoffströme optimierten Gesamtkonzepts für einen Gastronomie- und Hotelbetrieb in exponierter Lage. Das Konzept ermöglicht die Integration und Einbindung sämtlicher betrieblicher Stoffströme. Der Fokus der Maßnahmen lag im Bereich der erneuerbaren Energieversorgung (Wärme, Kälte, Strom), ergänzt durch Maßnahmen zur Reduktion des Ressourcenverbrauchs (vielfältige Nahrungsmittelproduktion vor Ort, Kreislaufwirtschaft-Kompostierung, ökologische Baustoffauswahl) und Maßnahmen zur Senkung des mobilitätsbedingten Energie- und CO2-Verbrauches. Das Projekt zeigt, dass durch ein umfassendes Maßnahmenbündel ein nahezu energieautarkes, ressourcenschonendes Tourismusprojekt in „Insellage“ realisiert werden kann.
Im gegenständlichen Projektvorhaben wurden gänzlich neue Ansätze für das übergeordnete Ziel einer ganzheitlichen Energie- und CO2-Reduktion von Gebäuden und Gebäudeverbänden, sowie Einsparungspotenziale bei Restaurant- und Beherbergungsbetrieben entwickelt. Weiters wurden neue Lösungsansätze und Methoden für ein umfassendes Maßnahmenbündel entwickelt, welche auf ähnliche Projekte transformiert werden können.
Der „Hybride Energieverbund“ basiert auf dem Zusammenspiel unterschiedlichster erneuerbarer Energiesysteme. Das daraus resultierende Energiekonzept berücksichtigt bereits bestehende Strukturen wie auch neu zu errichtende Systeme und fasst diese in einer Systemlösung zusammen. Das Energiekonzept ermöglicht für das gesamte Areal „Steirereck“ die Erreichung eines nahezu Plus-Energie-Standards, insbesondere die Nutzung der vor Ort verfügbaren erneuerbaren Energien.
Zentral wichtig ist dabei, dass die bestehenden Versorgungsanlagen im neuen Gesamtkonzept die Basis bilden können und im intelligenten Zusammenspiel mit den gezielten neuen Elementen, wie großzügige PV-Anlage, Biomasseheizung, KWK-Anlage (geplant 2023), umfangreiche Abwärmenutzung, die Erreichung des Plus-Energie-Standards möglich wird. Die neuen Gebäude wurden im Niedrigenergiestandard unter teilweiser Nutzung von Passivhauskomponenten ausgeführt. Konsequente Umsetzung von kontrollierter Belüftung inklusive Wärmerückgewinnung zählt zum Ausführungsstandard. Die Wärmeabgabe erfolgt auf Basis von Niedertempersystemen (Fußboden- und Wandheizung, sowie einer umfangreichen Bauteilaktivierung in den Glashäusern). Die Gewächshäuser wurden thermisch hochwertig ausgeführt und strikt in einen moderat beheizten Teil und in einen gering beheizten Teil getrennt.
Durch Kopplung des 3D-Modells mit Gebäudemonitoring-Daten und zusätzlichen externen Daten, die in eine Thingsboard-Plattform als Backend einfließen, wurde das gesamte Ensemble zu einem „digitalen Zwilling“ für die Optimierung der Betriebsführung überführt. Auf Basis des so geschaffenen „digitalen Zwillings“ sind Visualisierungen, zielgerichtete Optimierungen, Alarme bei Grenzwertüberschreitungen und Abgleich mit den vorangegangenen Simulationen aus der Planungsphase möglich. Der digitale Zwilling stellt sicher, dass die Erreichung des geplanten Energiestandards, Nutzerkomforts und der Betriebskosten auch tatsächlich im Betrieb in Echtzeit überprüft wird. Die Messdaten der Wärmeerzeugung und des Wärmeverbrauchs können über ein Web-Interface in Echtzeit betrachtet werden.
Die erzielten Projektergebnisse sind speziell für die Zielgruppe der Gastronomen und Hotellerie interessant, da mit diesem Forschungsprojekt bewiesen wurde, dass beim Vorhandensein unterschiedlicher Nutzungen und Öffnungszeiten Flexibilitäten und Speichermöglichkeiten zur Erreichung eines annähernd Plus-Energieareals – selbst in einer Extremlage – ausreichend genutzt werden können.
Dieses einzigartige Leuchtturmprojekt „Energy²POG“ steht ganz im Fokus des Zusammenspieles zwischen Gastronomie-, Beherbergung sowie nachhaltiger Energieerzeugung und Ressourcenschonung und wurde vom Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) im Rahmen des Programms „Stadt der Zukunft“ gefördert.
Projektpartner
Steirereck Stadtpark GmbH – www.steirereck.at
AEE INTEC – www.aee-intec.at
PPAG architects ztgmbh – www.ppag.at
TBH Ingenieur GmbH – www.tbh.at
Kontakt
Tobias Weiss