„Innovative Energietechnologien in Österreich: Marktentwicklung 2022“ veröffentlicht

© (von links oben nach links unten): Firma Ochsner Wärmepumpen, Bernhard Baumann, Peter Biermayr, IG Windkraft/Tag des Windes/Markus Axnix, Peter Biermayr
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Am 26. Juni 2023 wurde vor rund 150 Teilnehmer*innen im technischen Museum in Wien die vom Klimaschutzministerium (Abteilung für Energie- und Umwelttechnologien – Sektion III Innovation und Technologie) beauftragte Studie „Innovative Energietechnologien in Österreich – Marktentwicklung 2022“ vorgestellt. Über die In weiten Bereichen positiven Entwicklungen am österreichischen Markt als auch im Technologieexport freute sich Klimaschutzministerin Leonore Gewessler in Ihrem Statement zu den Studienergebnissen.

Kurzzusammenfassung der Studienergebnisse und Schlussfolgerungen

Das Jahr 2022 war durch Rahmenbedingungen geprägt, welche in vielen Bereichen zu einer ungewöhnlich hohen Marktdiffusion von Technologien zur Nutzung und Speicherung von erneuerbarer Energie geführt haben. Die bereits im Jahr 2021 beginnende Energiepreissteigerung wurde durch die Auswirkungen des Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine dramatisch verstärkt. Gleichzeitig entstanden große Unsicherheiten in Hinblick auf die Versorgungssicherheit, zunächst mit einem Fokus auf Erdgas, später auch für andere Energieträger. Unabhängig von diesen exogenen Faktoren wurden erneuerbare Energietechnologien im Jahr 2022 auch durch das energiepolitische Umfeld forciert.

Dies führte 2022 in vielen Bereichen zu einem historischen Wachstum des Inlandsmarktes, wobei sich die Absatzzahlen bereits im Jahr 2021 auf hohem Niveau und auf Wachstumskurs befanden. Die stärksten Zuwächse gab es im Bereich der Biomassekessel mit plus 64 Prozent, im Bereich der Wärmepumpen mit plus 60 Prozent und im Bereich der Photovoltaik mit einem Plus von 36 Prozent. Für das hohe Wachstum dieser Bereiche waren Investitionsentscheidungen privater Haushalte ausschlaggebend. Als erstaunlich kann in diesem Zusammenhang auch die Leistungsfähigkeit der inländischen produzierenden Industrie, der Handelsunternehmen und der angeschlossenen Gewerke bezeichnet werden, die dieses Wachstum ermöglicht haben. Noch vorhandene Probleme mit Lieferketten und limitiert verfügbare Fachkräfte führten im Lauf des Geschäftsjahres teilweise zu Verzögerungen, ohne deren hemmenden Effekt das Marktwachstum noch höher ausgefallen wäre.

Das kontinuierliche Wachstum der Bereiche Wärmepumpen, Photovoltaik und Biomassekessel wurde fortgesetzt. Auch im Bereich der Windkraft gab es nach dem Stillstand des Ausbaues 2020 das zweite Jahr in Folge wieder ein starkes Lebenszeichen. In Hinblick auf die Erreichung der nationalen Energie- und Klimaziele für 2030 bzw. 2040 liefert die Marktentwicklung 2022 einen markanten Impuls. Für eine Zielerreichung muss die nun vorhandene Marktdynamik jedoch noch weiter ausgebaut und über einen längeren Zeitraum stabilisiert werden.

Die Solarthermiebranche demonstrierte mit einem Exportanteil von 95 Prozent einmal mehr ihre Rolle als wichtiger Zulieferer am Weltmarkt. Erfreulich ist dabei die hohe heimische Wertschöpfung, denn mit 75 Prozent liegt die Solarthermie vor allen anderen erneuerbaren Energietechnologien.

AEE – Institut für nachhaltige Technologien ist seit vielen Jahren Teil des jährlich berichtenden Studienteams und war für das Jahr 2022 verantwortlich für die Bearbeitung der Technologien „Solarthermie“ und „Großwärmespeicher in Nah- und Fernwärmenetzen“.

 

Projektauftraggeber
Klimaschutzministerium – Sektion III, Innovation und Technologie – Abteilung für Energie- und Umwelttechnologien

Projektpartner


Kontakt
Christian Fink