© AMIRES, Cristina-Florentina Dinca
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Hybride Solarthermie für die Industrie nimmt Fahrt auf: INDHEAP und SOLINDARITY zeigen neue Wege zur klimafreundlichen Prozesswärme

Industrielle Prozesswärme zählt zu den größten Energieverbrauchern Europas – und genau hier setzen die beiden EU-geförderten Forschungsprojekte INDHEAP und SOLINDARITY an. Ihr Ziel: erneuerbare Energiequellen so zu kombinieren, dass auch mittlere industrielle Temperaturniveaus künftig klimafreundlich bereitgestellt werden können.

Nach rund 18 Monaten Projektlaufzeit trafen sich die beiden Schwesterprojekte am 14. April in Graz, um ihre Fortschritte zu präsentieren und sich mit einem internationalen Fachpublikum auszutauschen. Organisiert wurde der Workshop von AEE INTEC gemeinsam mit AMIRES, Veranstaltungsort war das Grand Hotel Wiesler.

Internationaler Austausch zur industriellen Wärmewende

Expert*innen aus Europa und Afrika, darunter aus Griechenland, Deutschland, Frankreich, Italien, Zypern, Belgien, Tschechien, Norwegen, der Schweiz sowie Südafrika, Namibia, Botswana und Zimbabwe – diskutierten aktuelle Entwicklungen und Lösungsansätze für eine nachhaltige industrielle Wärmeversorgung.

Zwei Projekte, ein Ziel: Mitteltemperatur-Wärme aus erneuerbaren Quellen

Beide Projekte verfolgen unterschiedliche, aber komplementäre Ansätze:

  • INDHEAP kombiniert Photovoltaik, Solarthermie und elektrische thermische Speicher, um Prozesswärme bis etwa 250 °C bereitzustellen. Die Demonstration erfolgt in Spanien, ergänzt durch Replikationsstudien in Portugal und Zypern.
  • SOLINDARITY setzt mit dem Solar Energy-based Heat Upgrade System (SEHUS) auf eine stark integrierte Systemlösung aus Solarthermie, Photovoltaik, Hochtemperatur-Wärmepumpen und Abwärmenutzung. Ein zentrales Element ist der sogenannte reversible Brayton-Prozess – ein thermodynamischer Kreisprozess, der ähnlich wie eine umkehrbare Gasturbine funktioniert und es ermöglicht, Wärme sehr effizient auf hohe Temperaturniveaus zu „heben“. Damit werden Temperaturen von bis zu 440 °C erreichbar. Die Demonstration erfolgt in Deutschland, ergänzt durch Projekte in Jordanien und Marokko.

 

Speicher und digitale Werkzeuge als Schlüssel

Ein Schwerpunkt des Workshops lag auf Mitteltemperatur-Wärmespeichern (200–400 °C), die entscheidend für die zeitliche Flexibilität solcher Systeme sind. Ebenso wichtig ist die intelligente Kopplung von Strom- und Wärmesystemen sowie die Einbindung in bestehende industrielle Prozesse.

Ergänzt wurde dies durch Simulations- und Design-Tools, die helfen, hybride Energiesysteme optimal zu planen, zu dimensionieren und im Betrieb zu optimieren.

Blick nach vorn: Skalierung und Rahmenbedingungen

In der abschließenden Diskussion standen die nächsten Schritte im Fokus: Neben technologischer Reife ist insbesondere die regulatorische Unterstützung auf EU-Ebene entscheidend, um hybride Solarthermie-Systeme breit in der Industrie zu etablieren.

Ein deutliches Signal für die Energiewende in der Industrie

Der Workshop in Graz machte klar: Hybride Solarthermie ist kein Zukunftsthema mehr, sondern bereits in der praktischen Demonstration. Die Kombination aus internationalen Partnerschaften, innovativen Systemkonzepten und konkreten Demonstrationsanlagen zeigt, wie die Dekarbonisierung industrieller Prozesswärme Schritt für Schritt Realität wird.

 

Auftrag/Fördergeber

European Comission

Programm

This project has received funding from the European Union’s Horizon Europe Research and Innovation programme under grant agreement No 101136140..

This project has received funding from the European Union’s Horizon Europe Framework Programme under grand agreement No 101136148.

Projektkoordinator

 

Projektpartner

INDHEAP

Demonstratoren/Demonstrator

 

SOLINDARITY

Demonstratoren/Demonstrator

 

Kontakt

Rene Baumann

Wolfgang Gruber-Glatzl