IEA-Arbeitsgruppe präsentiert Forschungsergebnisse zu Energieflexibilität in Gebäuden
Das im Rahmen der österreichischen IEA-Kooperation des Bundesministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) durchgeführte internationale Projekt Annex 82 im Technologieprogramm Energy in Buildings and Communities (EBC) wurde kürzlich mit der Veröffentlichung zweier zentraler Abschlussberichte beendet. AEE INTEC war dabei als Leiter des Subtask C federführend an einer der Publikationen beteiligt (siehe annex82.iea-ebc.org/publications).
Sowohl Präsentationsfolien zum Abschlussworkshop (AEE INTEC-Projektseite), als auch der nationale Abschlussbericht (Bericht als PDF) stehen zum Download zur Verfügung. Im Fokus standen dabei Demonstrationsquartiere und relevante Technologien, Geschäftsmodelle und Anreizmechanismen sowie Analysen der Stakeholder-Perspektiven.
Im Kern geht es um einen Paradigmenwechsel: weg von herkömmlichen Energiesystemen, in denen das Angebot stets der Nachfrage folgt, hin zu Systemen, in denen die Nachfrage das verfügbare Angebot aktiv berücksichtigt. Dies betrifft auch den Gebäudesektor sowie Siedlungen und Stadtquartiere.
In diesem Zusammenhang wurde beispielsweise ein Vergleich zwischen den USA und Österreich durchgeführt, bei dem AEE INTEC an der Analyse von Aktivitäten und Einstellungen zum Demand Side Management (DSM) mitgewirkt hat – siehe Abbildung Mitte links.
Obwohl die Untersuchungen und die Kooperation im Rahmen des IEA EBC Annex 82 von einer breiten organisatorischen Struktur und einer Vielzahl an Beteiligten (22 teilnehmende Staaten weltweit) getragen wurden, zeigte sich bis zum Abschluss des Projekts, dass ohne geeignete gesetzliche Rahmenbedingungen und marktbasierte Anreize – insbesondere in Europa und speziell in Österreich – die Umsetzung und Nutzung der Flexibilitätspotenziale von Gebäuden und Quartieren deutlich hinter den anfänglichen Erwartungen zurückblieb. Dies spiegelte sich auch in den Antworten einer Umfrage zum Demand Side Management (DSM) wider (siehe Abbildung unten links).
Umso wichtiger werden von der internationalen Forschungsgruppe Initiativen wie z.B. der Smart Readiness Indicator gesehen (als Teil der EU-Gebäuderichtlinie), die zukünftig erheblich zur Nutzung von Energieflexibilitäten im Gebäudesektor beitragen können. Die Arbeiten im Rahmen des Annex 82 wurden explizit genutzt, um Flexibilitätsanforderungen im Modell des Smart Readiness Indicators argumentativ und methodisch stärker zu verankern.
Deutlich gezeigt hat sich, dass, um das enorme Potenzial des Gebäudesektors zu nutzen, noch viel zu tun ist, und zwar auf regulatorischer Ebene, auf Ebene von Aggregatoren und auf systemischer Ebene.
Auftrag/Fördergeber
IEA Forschungskooperation (2020) des BMIMI
Programm
„Energy in Buildings and Communities“-Programm (EBC) der IEA
Projektkoordinator
Projektpartner
- BOKU Institut für Raumplanung, Umweltplanung und Bodenordnung
- BOKU Institut für Verfahrens- und Energietechnik
- AIT Austrian Institute of Technology GmbH, Center for Energy