Kick-off #Reallabor Murau: Start zur Entwicklung und Aufbau eines Systemkraftwerks

© Holzwelt Murau / Tom Lamm
© Holzwelt Murau

Das übergeordnete Ziel des #Reallabors Murau besteht darin, die regionale Entwicklung als Symbiose zwischen der inneralpinen Region und dem urbanen Raum zu fördern und umzusetzen. In der Region Murau werden derzeit jährlich rund 400 GWh Strom und 200 GWh Wärme aus erneuerbaren Energien erzeugt. Dabei wird jedoch nur etwa 120 GWh Strom in der Region selbst benötigt, was dazu führt, dass bereits heute ein erheblicher Teil der erneuerbaren Energieproduktion exportiert wird. Die Region Murau setzt sich somit nicht nur das Ziel einer 100 % Erneuerbaren Energieversorgung für die Region selbst, sondern möchte basierend auf Ihrer Rolle eines Stromexporteurs als flexibel agierendes Systemkraftwerk fungieren. Dieses Systemkraftwerk soll eine bedarfsgerechte, sektorübergreifende und verlässliche Energieverteilung nicht nur innerhalb der Region gewährleisten, sondern Strom (und in weiterer Zukunft auch Wasserstoff) bedarfsgerecht in unterschiedliche Märkte des übergeordneten Energiesystems abgegeben können. Hierfür werden drei Hubs analysiert, in denen prototypische Modelllösungen umgesetzt werden. Die Schwerpunkte liegen auf den Bereichen Strom (Power-to-Power-Flexibilität), Gas (Power-to-Gas-to-X) und Wärme (Biomasse-Flexibilität). Ziel ist es, diese Systemlösungen in einem möglichst realitätsnahen Maßstab zu entwickeln und zu testen, um ihre spätere Marktanwendung vorzubereiten.

AEE INTEC trägt die Gesamtverantwortung für den Hub „Wärme“ im Projekt. Ziel ist es, Biomasse auf intelligente und effiziente Weise für das Systemkraftwerk zu nutzen, um eine systemintegrierte und ganzheitlich optimierte Einbindung des Wärmesektors zu gewährleisten. Dabei können Wärmenetze als aktiver Bestandteil des Systems integriert werden. Die wesentlichen Aufgaben umfassen die methodische Entwicklung und Integration von Technologien wie Power-to-Heat (P2H), Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und Blockheizkraftwerken (BHKW) zur Sektorkopplung und einer optimalen, ganzjährigen erneuerbaren Energieversorgung. Zudem liegt der Fokus auf der Effizienzsteigerung von Wärmenetzen durch die Einbindung regionaler erneuerbarer Energien und Abwärme, um den Verbrauch von Biomasse zu reduzieren bzw. deren Nutzung zu maximieren. Im Rahmen des Projekts werden die bestehenden biomassebasierten Wärmenetze evaluiert und gemeinsam mit den Wärmenetzbetreibern zukunftsorientierte, ganzheitliche Konzepte entwickelt. Diese Konzepte sollen die Wärmenetze als aktiven Baustein des Systemkraftwerks integrieren. Die gewonnenen Erkenntnisse aus der regionalen Transformation werden für relevante Akteure und Stakeholder aufbereitet und in Form von Handlungsempfehlungen weitergegeben.

Die Wechselwirkungen zwischen den Elementen der jeweiligen Hubs und deren Auswirkungen auf das regionale Energiesystem sowie auf die zu liefernden Energiedienstleistungen im übergeordneten System werden im Rahmen eines methodischen, energiesystemplanerischen Ansatzes für das Systemkraftwerk berücksichtigt. Dieser Ansatz ermöglicht eine Skalierung auf die gesamte Region, sodass am Ende eine digitale Abbildung des Systemkraftwerks Murau entsteht. Zudem werden gemeinsam mit den Akteuren neue Rollen im Energiesystem sowie innovative, kooperative Geschäftsmodelle intensiv untersucht.

Das Leitprojekt #Systemkraftwerk Murau zielt nicht nur darauf ab, technische Lösungen zu entwickeln, sondern auch die regionale Entwicklung zu fördern und das Bewusstsein für nachhaltige Energie zu schärfen. Um dies zu gewährleisten, ist ein regelmäßiger Wissensaustausch sowie ein Datentransfer zwischen dem Innovationslabor und dem Leitprojekt vorgesehen.


Auftrag/Fördergeber

Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK)

Programm

100% ERNEUERBARE-ENERGIE-REALLABORE – 2. Ausschreibung

Projektkoordinator

Holzwelt Murau

Projektpartner


Kontakt

Joachim Kelz