Kreislauforientierte Dienstleistungssysteme für das produzierende Gewerbe

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Unser aktuell lineares Wirtschaftssystem ist durch intensive Energie- und Ressourcennutzung geprägt und stößt speziell in industriellen Systemen, die auf den Konsum und die einmalige Nutzung von Gütern ausgerichtet sind, an seine Grenzen. Kreislauforientierte Dienstleistungssysteme werden vor diesem Hintergrund bereits seit geraumer Zeit als vielversprechende Lösungsansätze für ökologische und ökonomische Herausforderungen diskutiert. Dennoch konnte eine breite Marktdurchdringung bisher nur in wenigen Bedarfsfeldern erreicht werden und steckt im Umfeld des produzierenden Gewerbes noch in den Startlöchern.

Ein Konsortium bestehend aus AEE INTEC und KMU Forschung Austria setzte sich im Projekt PRO_Service zum Ziel, zu einem besseren Verständnis der ökonomischen und ökologischen Potenziale der Umsetzung von kreislaufwirtschaftlichen Dienstleistungssystemen im produzierenden Gewerbe in Österreich beizutragen. Dabei galt es aufzuzeigen, an welchen Hindernissen die Umsetzungen noch scheitern und welche Veränderungen und F&E-Leistungen notwendig sind, damit diese unterstützt durch geeignete Geschäftsmodellinnovationen rasch und erfolgreich anlaufen.

Ergebnisse zu den Potenzialen dieser Dienstleistungssysteme in unterschiedlichen Industriesektoren wurden in den vergangenen Monaten erarbeitet und auch, wie das lineare Wirtschaftssystem die Verbreitung dieser derzeit noch behindert. Um vor allem den Input der betroffenen und relevanten Stakeholder in den Prozess einzubinden, fand am 14.10.2022 ein Workshop in Wien statt. Vertreten waren Teilnehmer*innen aus dem Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK), der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), dem Leasingverband sowie der Plattform für Kreislaufwirtschaft Österreich. Neben der Präsentation von aktuellen Entwicklungen kreislauforientierter Dienstleistungen stand folgende zentrale Fragestellung im Mittelpunkt der initiierten Diskussion: „Wo liegt der F&E Bedarf und welche Anreize und Regulatorien müssen geschaffen werden, um kreislaufwirtschaftliche Dienstleistungssysteme zu forcieren?“ Die Ergebnisse aus der Diskussion zeigten klar, dass die Notwendigkeit und auch die Potenziale des Wandels vom produkt-fokussierten Wirtschaftssystem hin zu kreislauforientierten Dienstleistungssystemen klar sind. Allerdings müssen dafür bestehenden Strukturen aufgebrochen und neue Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die Vielzahl identifizierter konkreter Projektideen vom Papier in die Realität zu bringen. Relevante Rahmenbedingungen sind beispielsweise Produktentwicklungen, die verbindlich Dienstleistungsaspekte integrieren, Unterstützung bei Investitionen sowie der Risikoabsicherung, Innovationen in Geschäfts- und Betreibermodellen und nachvollziehbare Methoden und Standards der Projektbewertung aus Kreislaufwirtschaftssicht sowie darauf aufbauend gezielte Bewusstseinsbildung und Adressierung der notwendigen Stakeholder. Aktuell werden die Ergebnisse des Projektes in einem Bericht zusammengefasst und bald auch verfügbar sein.

Projektpartner
KMU Forschung Austria

Kontakt
Jana Reiter