Mehr als heiße Luft – Erfolgreicher Abschlussworkshop für SolSorpDry
Die Trocknung ist einer der energieintensivsten Prozesse in der Lebensmittelindustrie, spielt jedoch eine entscheidende Rolle für die Produktqualität. Um optimale Ergebnisse zu gewährleisten, muss der Trocknungsprozess spezifisch an die Eigenschaften des jeweiligen Produkts angepasst werden. Im Projekt SolSorpDry wurde ein innovativer Ansatz zur Trocknung entwickelt, der eine hohe Produktqualität bei minimalem Energieverbrauch sicherstellt und flexibel für verschiedene Trocknungsgüter einsetzbar ist. Hierfür wurde im AEE INTEC Labor in Gleisdorf eine Versuchsanlage aufgebaut.
Das Konzept der Anlage basiert auf einer zirkulären Luftführung, bei der die Luft über ein Kühlregister entfeuchtet und über ein Heizregister erwärmt wurde, um optimale Bedingungen für den Trocknungsprozess zu schaffen. In der aktuellen Versuchsreihe 2024 wurde die Anlage um einen modularen Sorptionsspeicher erweitert. Dieser übernimmt sowohl die Entfeuchtung als auch die Wiedererwärmung der zirkulierenden Luft und ermöglicht eine dezentrale Energieversorgung. Da die Funktionen des Kühl- und Heizregisters zur Entfeuchtung durch den Sorptionsspeicher ersetzt wurden, wird das Heizregister nun lediglich zur Erreichung der benötigten Trocknungstemperatur eingesetzt. In dieser Testreihe zeigte sich deutlich, dass das System mit Sorptionsspeicher und zirkulierendem Luftstrom energetisch effizienter arbeitet als herkömmliche Verfahren, bei denen ständig Frischluft erwärmt und anschließend aus der Trocknungskammer abgeführt wird. Der Vergleich der zwei Prozessführungen erfolgte anhand der Energie die pro Kilogramm ausgetriebenem Wasser benötigt wird. Als Referenzversuch diente eine Trocknung von Minze aus dem Vorjahr, die mit derselben Anlage, jedoch ohne zirkulierenden Luftstrom, durchgeführt wurde. Im aktuellen Versuch wurde bei der Trocknung von Minze die gesamte Energie für die Regeneration des Sorptionsspeichers in die Berechnungen einbezogen, um eine realistische Bewertung der Effizienz zu gewährleisten. Insgesamt konnte durch das optimierte System eine Energieeinsparung von 80 % erzielt werden.
Ein wichtiger Meilenstein für die Zusammenfassung der Projektergebnisse und die Konkretisierung der offenen Forschungsfragen war ein Abschlussworkshop, der am 25. November bei AEE INTEC in Zusammenarbeit mit Projektpartner BEST und der Versuchsstation für Spezialkulturen Wies stattfand. Dieser richtete sich gezielt an potenzielle Anwender*innen mobiler Trocknungsanlagen. Neben einer Einführung in das Konzept und einer Diskussion über den Aufbau und die modellbasierte Steuerung der Anlage sowie die oben genannten Ergebnisse, hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, die Versuchsanlage vor Ort im Labor zu besichtigen und praxisnahe Einblicke zu gewinnen. Dabei konnte beispielsweise das Silikagel begutachtet werden, das im Sorptionsspeicher der Anlage zur Trocknung sowie Erwärmung der feuchten Luft aus der Trocknungskammer eingesetzt wird und aufgrund der für Sorptionsmaterialien vergleichsweise niedrigen notwendigen Regenerationstemperatur ausgewählt wurde. Weiters wurden die notwendigen Schritte vor Start eines Trocknungsversuches demonstriert.
Der Workshop förderte auch einen spannenden Austausch mit den potenziellen Anwender*innen, die ihre Erfahrungen sowie Anforderungen für eine mögliche Umsetzung der Anlage teilten. Dabei ist neben dem Kostenfaktor vor allem eine einfache Bedien- und Wartbarkeit essenziell; die Anlage soll einfach und schnell in Betrieb genommen werden können und Ersatzteile gegebenenfalls breit verfügbar sein. Oberste Priorität in der Anwendung hat aber die Qualität der Trocknungsprodukte: Diese muss in den verschiedensten Situationen gegeben sein, um die Anlage attraktiv zu machen. Die Teilnehmenden aus verschiedenen Branchen lieferten einerseits wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Technologie und zeigten andererseits großes Interesse an der weiterführenden gemeinsamen Bearbeitung des Themas.
Fördergeber
Zukunftsfonds Steiermark („GREEN TECH X“ Die nächste Generation von Kreislaufwirtschaft & Klimaschutz, 15. Ausschreibung des Zukunftsfonds Steiermark)
Projektpartner
BEST – Bioenergy and Sustainable Technologies GmbH