Mit-machen für besseres Wohnen

© AEE INTEC, Anna Fulterer
© WEGRAZ: Die Wir&Co Mehrfamilienhäuser fügen sich gut in die ländliche und lockere Bebauung in Eggersdorf ein.
© WEGRAZ/Renderpohl. Die Bewohner*innen gestalten die Allgemeinflächen mit. So ungefähr könnte es im nächsten Frühling bei Wir&Co aussehen.

Das erste Haus baust du für deinen Feind, das zweite für deinen Freund und das dritte für dich selbst. Ob es deshalb Wohnbauträger und spezialisierte Planer gibt? Dennoch wirkt das Ergebnis des heutigen Wohnbaus oft anonym und wenig auf die lokalen Anforderungen abgestimmt. Während individuelle Anpassungen in der Wohnung im Neubau und auch bei Sanierungen möglich sind, ist es oft sehr aufwändig, nachträglich etwas an der Nutzung der Allgemeinflächen zu ändern oder gar Gemeinschaftsräume zu schaffen.
Daher setzte das Projektteam von „Smart Mainstreaming“ früh in der Entstehungsphase einer Siedlung an und fragte gleich einmal bei den zukünftigen Nutzer*innen nach: Im Projekt wird anhand eines Pilot-Wohnbaus untersucht, wie die Teilnahme durch zukünftige Bewohner*innen in der Planung gestaltet werden kann und wie sie sich auswirkt. Wie wollen Menschen ihre Freiflächen gestalten? Soll ein Gemeinschaftshaus entstehen, und wofür kann es genutzt werden? Welche Wohnungsgrundrisse sind erwünscht? Spielt Energieeffizienz für die Bewohner*innen eine Rolle? Wieviel Aufwand bedeutet so ein partizipativer Planungsprozess für den Bauträger? Und welchen Mehrwert bringt er für die nachhaltige Nutzung?

Aktuell sind die Gebäude der Wir&Co-Siedlung in Eggersdorf mitten in der Bauphase und die zukünftigen Bewohner*innen treffen in Workshops Entscheidungen darüber, wie sie die gemeinsamen Grünflächen gestalten und nutzen wollen. Ebenso sollen gemeinschaftliche Lösungen für Mobilität entwickelt werden.
In der aktuell herausfordernden Situation mit schwankenden und steigenden Baukosten kümmert sich die WEGRAZ als Bauträger darum, leistbares Wohnen zu ermöglichen.
Die Covid-19 Pandemie hatte unterschiedliche Auswirkungen auf das Projekt: In der Anfangsphase war ein erfolgreiches Vernetzen durch „Social distancing“ und Online-Formate erschwert. Andererseits hat genau das vielleicht auch den Wunsch vieler Menschen nach einer funktionierenden Wohngemeinschaft gestärkt und damit das Interesse am Projekt. Die langfristige Leistbarkeit ist jetzt für viele ein Argument für energieeffizientes Wohnen in modernen Mehrfamilienhäusern.
Ab Anfang 2024 werden die Bewohner*innen dann wirklich Bewohner*innen sein und hoffentlich herausfinden, dass sie für sich selbst & Co gebaut haben.

Das Projekt WIR&CO wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms „Smart Cities Demo – Living Urban Innovation 2019“ durchgeführt.

Projektteam:


Kontakt:
Anna Fulterer