Neuer Projektcluster zu Satelliten- und Geodatenbasierten Werkzeugen für klimawirksame Räume

© AEE INTEC / Martina Majcen, KI generiert
Abbildung 1: Screenshot des WebGIS-Konzepts aus dem Vorprojekt RaumGrün&Gemeinden mit dem neu entwickelten Hitzerisikofaktor "Heat Factor Austria". A.Stöger, © AEE INTEC

Mit den beiden neuen Forschungsprojekten SaCANGO und GreenGEO startete unser Institut gemeinsam mit Partner*innen im Herbst in einen neuen Cluster zu Fernerkundung, urbaner Begrünung und klimawirksamer Raumplanung. Aufbauend auf Projekten wie Raum,Grün&Gemeinden oder Arbeiten zur Energieraumplanung werden datenbasierte Lösungen entwickelt, die Städte und Gemeinden bei der Umsetzung klimawirksamer Maßnahmen sowie bei der Erfüllung der neuen EU-Wiederherstellungsverordnung (EU) 2024/1991, die die Renaturierung und Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme verbindlich vorschreibt, unterstützen. Beide Projekte verbinden aktuelle Satelliten- und Geodaten mit anwendungsorientierten digitalen Tools – und richten sich explizit an kommunale Entscheidungsträger*innen.

Im SaCANGO F&E Dienstleistungsprojekt wird an einem Monitoringkonzept für Städte und Gemeinden in Hinblick auf urbane Grünflächen und Baumüberschirmungen gearbeitet. Dazu wird eine KI-Pipeline auf Basis zweier KI-Modelle entwickelt und evaluiert, um die Grundlage für einen zukünftig flächendeckenden satellitenbasierten und standardisierten Erkennungs- und Erfassungsframework zu legen. Kerntechnologie bildet ein von Fraunhofer Austria bereits erprobtes Verfahren zum Resolution Boosting, das die Auflösung von Satellitendaten künstlich erhöht, sodass kleinere Strukturen wie einzelne Bäume oder Grünflächen besser erkannt werden. Der so verbesserte Datensatz wird mit einem Klassifikationsmodell verbunden und mit Informationen aus Orthofotos sowie Katasterdaten integriert.

Die Ergebnisse fließen in ein webbasiertes GIS-Tool ein, das in den Klimapionierstädten Graz und Gleisdorf erprobt wird und bei erfolgreicher Entwicklung EU-weites Anwendungspotenzial besitzt.

GreenGEO setzt den Schwerpunkt auf die Klimawandelanpassung in der Raumplanung: Das Projekt entwickelt ein digitales Entscheidungsmodell, das lokale Klimarisiken mit geeigneten, gefilterten Maßnahmen der grünen und blauen Infrastruktur (GBI, also Grünflächen, Bäume und Wasserflächen wie Flüsse oder Teiche) verknüpft. Aus terrestrischen und satellitengestützten Daten entstehen Risikozonenmodelle, aus denen konkrete, evidenzbasierte Empfehlungen für die kommunale Planung abgeleitet werden. Diese werden nach Wirksamkeit und Umsetzbarkeit bewertet und in ein WebGIS-Tool integriert, das in seinen Grundzügen bereits im Vorprojekt RaumGrün&Gemeinden konzipiert wurde. Testgebiete sind Klagenfurt und Gleisdorf. Ab März 2026 laden wir Städte, Gemeinden sowie Expert*innen aus der Raumplanung zu themenspezifischen Stakeholderrunden ein, um Anforderungen, Rückmeldungen und konkrete Bedarfe direkt in die Weiterentwicklung der Tools einfließen zu lassen.

Ein erstes Highlight stellte der Satellitendaten-Workshop mit dem Vienna Geospace Hub am 17. November 2025 dar, der alle Partner*innen auf den neuesten Stand brachte. Auf großes Interesse stieß auch der Startworkshop des Projekts SaCANGO am 25. November im Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (B), der mit Vertreter*innen von BMIMI, Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), dem Umweltbundesamt und Vienna Geospace Hub hochkarätig besetzt war. Im Workshop wurden besonders intensiv Wege zur künftigen Umsetzung der Wiederherstellungsverordnung für Städte und Gemeinden diskutiert.

Auftrag/Fördergeber

Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMIMI)

Programm

 

Projektkoordinator

AEE INTEC

Projektpartner

SaCANGO:

GreenGEO:

 

Kontakt

Martina Majcen