Projektstart zur Gewinnung hochwertiger Produkte aus Lebensmittelreststoffen

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Abbildung: Graphical Abstract Circular Food © circularFood
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Am 7. Mai haben sich 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft zum Projekt Kick-off Meeting des neuen 4-jährigen Forschungsprojektes “CircularFood” getroffen. In diesem ganztägigen Treffen wurden Forschungsziele und Aktivitäten zur Valorisierung von organischen Nebenprodukten aus der Lebensmittelproduktion gemeinsam beleuchtet und diskutiert. Dies legt einen soliden Grundstein für spannende Forschungsarbeit und Produktentwicklung in den nächsten Jahren.

Hintergrund:
In Österreich fallen jährlich 1,3 Mio. Tonnen nicht vermeidbare organische Nebenprodukte aus der Lebensmittelverarbeitung an. Diese Lebensmittelreststoffe werden derzeit hauptsächlich als Tierfutter und zur Biogaserzeugung genutzt. Diese nicht vermeidbaren organischen Nebenprodukte sind regional verfügbare und günstige Ressourcen mit hochwertigen (Protein)Bestandteilen.
Die stoffliche und energetische Nutzung von Lebensmittelreststoffen und die Erforschung neuer Substrate und Reststoffe sind wichtige Maßnahmen zur Förderung der österreichischen Kreislaufwirtschaft, um CO2-Emissionen zu reduzieren, die Bodengesundheit zu verbessern und nachhaltige Lösungen wie Bio-Kultursubstrate und Biodüngemittel zu entwickeln. Herausforderungen hierbei sind effiziente Prozesse zu entwickeln, die Wertstoffe bestmöglich nutzbar machen und daraus entstehende Gärreste einer bestmöglichen weiteren Verwertung zuführen.

Projektziele von CircularFood

CircularFood hat sich zum Ziel gesetzt, regional verfügbare Lebensmittelreststoffe durch innovative Verfahrensprozesse im Wertstoffkreislauf zu führen und dadurch die Stoffkreisläufe von ausgewählten Produkten zu schließen. In einem zirkulären Ansatz zielt CircularFood darauf ab, innovative Verfahren und Technologien weiterzuentwickeln, um erstmals hochwertige Proteinbestandteile aus unterschiedlichen Reststoffen zu gewinnen, die Auswirkungen auf eine möglich folgende Biogaserzeugung zu untersuchen, sowie aus den Gärresten innovative Bioflüssigdünger, neue Kultursubstrate (Torfersatzstoffe) und Düngepellets zu entwickeln.
Die technische Innovation bei den Verfahren liegt in der Weiterentwicklung eines oszillierenden Extraktionsreaktors mit herausragenden Eigenschaften zur Proteingewinnung und der Membrandestillation zur Ammonium-Rückgewinnung und Erzeugung eines Bioflüssigdüngers.
Im Hinblick auf den Torfausstieg in Österreich und die steigende Nachfrage nach torfreduzierten Biosubstraten im gewerblichen Gartenbau bietet das CircularFood-Projekt die Möglichkeit, lokal verfügbare Torfersatzstoffe aus Reststoffen zu nutzen und somit eine nachhaltige Selbstversorgung der Betriebe zu ermöglichen. Zusätzlich zu den technischen Innovationen, sowie ökologischen Bewertungen wird im Projekt untersucht, welche vorhandenen Tools und Datenbanken für mögliche digitale Rückverfolgung von Reststoffe zu Produkten genutzt werden können. Das Projekt beabsichtigt, die Gesamtbilanz durch Stoff- und Energiebilanzierung, Betrachtung der Kohlenstoffstabilität und Lebenszyklusanalysen detailliert zu bewerten, um festzustellen, ob der zirkuläre Ansatz als „Netto-Null“ oder sogar als „negative Emissionen“ betrachtet werden kann.

Projektpartner

Ein besonderes Anliegen des Kick-Off Meetings war die Vernetzung und Austausch der Projektpartner untereinander. CircularFood involviert Partner entlang der Wertschöpfungskette angesiedelt, um eine nachhaltige und wirtschaftliche Verwertung der Projektergebnisse zu gewährleisten und durch regionale Partnerschaften neue Produkte aus Reststoffen zu schaffen. Das Projekt soll den beteiligten produzierenden Unternehmen (Brauerei Göss, Manner, Resch&Frisch, ALWERA) die Möglichkeit bieten, ihre Wertschöpfung durch innovative Produkte zu steigern, technologische Anbieter (BDI, BIOGEST und TerraGreen) einzubinden und langfristig positive Effekte wie Multiregionalität, effiziente Ressourcennutzung (Frutura) und Verringerung der Importabhängigkeit zu erzielen.


Auftraggeber/Fördergeber

BMK

Programm

Kreislaufwirtschaft

Projektkoordinator

AEE INTEC

Projektpartner


Kontakt

Bettina Muster-Slawitsch