Biomasse-Nahwärme im neuen Gewand

© AEE INTEC / Christian Ramerstorfer

Über 60 Vertreter:innen der Nah- und Fernwärme-Branche, Förderstellen und Verwaltung trafen sich im Juni zur QM Fachtagung in Salzburg. Die QM Fachtagung 2026 stand unter dem Thema „Biomasse im neuen Gewand“ und zeigte, dass Biomasse-Wärmenetze künftig nicht mehr nur als reine Kessel- und Verteilnetzinfrastruktur verstanden werden können. Im Mittelpunkt standen neue Systemansätze für integrierte Wärmesysteme.

Ein wesentliches Ergebnis war, dass die Transformation von Wärmenetzen klare Rahmenbedingungen und professionelle Projektentwicklung benötigt. Förderungen setzen weiterhin wichtige Investitionsimpulse; zugleich steigen die Anforderungen an Qualitätssicherung und Förderungsabwicklung. Damit gewinnt die frühe Abstimmung zwischen Betreiber:innen, Planer:innen, Qualitätsbeauftragten und Förderungsstellen zusätzlich an Bedeutung.

Auch aktuelle regulatorische Entwicklungen wurden als zentrale Treiber diskutiert. Neue Impulse werden insbesondere auch aus der verpflichtenden Gasnetzstilllegungsplanung hinsichtlich der kommunalen Wärmeplanung erwartet. Für Gemeinden bedeutet dies, Wärmenetze, erneuerbare Quellen, Abwärme, Stromnetze und Gasnetzstrukturen gemeinsam zu betrachten. Der fossile Ausstieg braucht Alternativenplanung, Daten und regelmäßige Abstimmung.

Nur eine systematische und langfristig angelegte strategische Wärmeplanung kann dafür den passenden Rahmen schaffen. Am Beispiel Gleisdorf wurde gezeigt, wie Geodatenmanagement, GIS-basierte Analyse, Energiemodellierung und Szenarienbewertung zu einem übertragbaren Planungsansatz verbunden werden können, um mit datenbasierter Wärmeplanung den fossilen Ausstieg zu unterstützen.

Die technischen Beiträge zeigten ergänzend dazu Lösungen, um Biomasse-Wärmenetze durch Speicher, Power-to-Heat, Wärmepumpen und Abwärmenutzung flexibler und emissionsärmer zu machen. Beispiele aus Fernitz, Wald im Pinzgau und Saalfelden verdeutlichten, dass Sommerbetrieb, Teillast und Ersatz fossiler Spitzenlasten zentrale Optimierungsfelder sind. Bestehende Netze können erhebliche Potenziale zur Effizienz- und Kostenoptimierung aufweisen. Lebenszyklusanalysen ergänzen diese Perspektive durch die Bewertung von Maßnahmen über den gesamten Lebensweg und zeigen substanziell gesenkte Treibhausgasemissionen durch die untersuchten Maßnahmen.

Insgesamt bleiben Biomasse-Wärmenetze damit zentrale Bausteine der Wärmewende, die das volle Potenzial nur dann entfalten können, wenn sie systemisch geplant, effizient betrieben und technologisch weiterentwickelt werden.

Auftrag/Fördergeber

Bundesministerium Land- und Forstwirschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK)

Programm

klimaaktiv Heizwerke und Wärmenetze

Projektkoordinator

AEE INTEC

Kontakt

Christian Ramerstorfer