Roadmap und Umsetzungsplan für die Verbreitung von Solarthermie in Nepal
Nepal steht mit seinen reichen Solarressourcen und wachsender Energienachfrage an einem entscheidenden Punkt seiner Energiewende. Um die Energiesicherheit zu verbessern, den Klimawandel zu mildern und nachhaltige Entwicklung zu fördern, gewinnt insbesondere die Nutzung solarthermischer Technologien an Bedeutung – etwa für Heizung, Kühlung und industrielle Prozesse.
Die Energieinitiative des International Centre for Integrated Mountain Development (ICIMOD) unterstützt den Wandel zu erneuerbaren Energien und bringt wirtschaftliche Chancen, Beschäftigung, Geschlechtergerechtigkeit, bessere Lebensgrundlagen und Resilienz gegenüber dem Klimawandel mit sich. Das ICIMOD fördert durch Wissensaufbau, Pilotprojekte und skalierbare Lösungen die Integration erneuerbarer Energien in der Region Hindukusch-Himalaya.
In Zusammenarbeit mit dem Alternative Energy Promotion Centre (AEPC) und AEE – Institut für nachhaltige Technologien (AEE INTEC) entwickelte ICIMOD eine Solarthermie-Roadmap für Nepal. Ziel ist die breite Einführung solarthermischer Technologien zur langfristigen Sicherung der Energieversorgung, des wirtschaftliche Aufschwungs und des Umweltschutzes.
Die Roadmap verfolgte klare Ziele zur Förderung solarthermischer Anwendungen in Haushalten, Gewerbe und Industrie. Dabei sollen Energieeffizienz gesteigert, Treibhausgasemissionen reduziert und der Zugang zu Energie verbessert werden.
Zwischen Juni und Dezember 2024 wurde die Roadmap in einem Prozess unter Einbindung von Regierung, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und der Wirtschaft erarbeitet. Sie orientiert sich an nationalen Entwicklungs- und Klimazielen. Nepal strebt bis 2045 Netto-Null-Emissionen an. Obwohl Heizen und Kühlen etwa die Hälfte des Endenergieverbrauchs ausmachen, wird ihnen in der Energiepolitik bisher wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Der Umstieg auf erneuerbare Wärmequellen wie Solarenergie ist essenziell.
Nepal verfügt mit einer jährlichen solaren Einstrahlung von 1.600 bis 2.000 kWh pro Quadratmeter über hervorragende Voraussetzungen für den Ausbau solarthermischer Anlagen. Laut dieser Roadmap könnte das Land bis 2045 rund 9 Millionen Quadratmeter Kollektorfläche installieren, was einer thermischen Leistung von etwa 6,5 GW entspricht. Damit ließe sich jährlich rund 7.300 Gigawattstunden (GWh) Solarwärme erzeugen.
Zum Vergleich: Diese Energiemenge entspricht dem jährlichen Stromverbrauch von etwa 1,8 Millionen Einfamilienhäusern (bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 4.000 kWh pro Haushalt und Jahr). Sie kommt damit beinahe an die gesamte Wasserkraftproduktion Nepals im Jahr 2021 heran, die bei 9.667 GWh lag.
Erforderlich wären Investitionen von jährlich 23 Mrd. NPR (ca. 143,29 Millionen Euro) – nur etwa 631 NPR (3,93 Euro) pro Kopf. Gleichzeitig könnten bis 2030 rund 1.500 und bis 2045 bis zu 14.000 grüne Vollzeitjobs entstehen.
Auftrag/Fördergeber
International Centre for Integrated Mountain Development (ICIMOD)