Side-Event der ISEC 2026 fördert den fachlichen Austausch im Fernwärme- und Fernkältesektor
Im Rahmen der ISEC 2026 in Graz fand am 15. April 2026 der Workshop „The skill transition for the energy transition – what does the district heating and cooling sector need?“ statt, mit Unterstützung des Skills4DHC-Projekts und der DHC Academy. Teilnehmende aus dem Nah- und Fernwärmesektor diskutierten, welche Qualifikationen, Ausbildungswege und institutionellen Rahmenbedingungen erforderlich sind, um die Transformation der Wärmeversorgung erfolgreich umzusetzen.
Im Mittelpunkt stand die zentrale Erkenntnis, dass die Energiewende nicht allein durch innovative Technologien gelingt. Ebenso entscheidend ist eine gut ausgebildete Fachkräftebasis, die in der Lage ist, zukunftsfähige Wärme- und Kältesysteme zu planen, umzusetzen, zu betreiben und weiterzuentwickeln. Die Dekarbonisierung des DHC-Sektors erfordert dabei Kompetenzen auf allen Ebenen: von akademischer Ausbildung über White-Collar-Profile in Planung, Verwaltung und Projektentwicklung bis hin zu Blue-Collar-Fachkräften im Betrieb und in der technischen Umsetzung.
Der Workshop kombinierte kurze Fachinputs mit einem interaktiven World-Café. Beiträge von FGW, WIP Renewable Energies, AGFW, Politecnico Milano, Soil2Heat sowie Euroheat & Power beleuchteten aktuelle Ausbildungs- und Rekrutierungsinitiativen, akademische Lehransätze, Qualifizierungsbedarfe für Niedertemperaturnetze und den internationalen Wissenstransfer. Anschließend diskutierten die Teilnehmenden in vier thematischen Gruppen zu akademischer Aus- und Weiterbildung, White Collars, Blue Collars sowie politischen und organisatorischen Rahmenbedingungen.
Die Diskussionen zeigten deutlich: Der DHC-Sektor braucht stärker strukturierte, praxisnahe und zielgruppenspezifische Bildungsangebote. Für Hochschulen wurden insbesondere Lehrmaterialien, Fallstudien, Exkursionen, angewandte Abschlussarbeiten und eine engere Zusammenarbeit mit Betreiber:innen und Gemeinden als zentrale Ansatzpunkte genannt. Für White-Collar-Fachkräfte wurde der Bedarf an kompakten Weiterbildungen zu Grundlagen, kommunaler Wärmeplanung, Finanzierung, Normen und regulatorischen Rahmenbedingungen hervorgehoben. Im Bereich der Blue-Collar-Ausbildung standen die Modernisierung bestehender Lehrangebote, bessere Sichtbarkeit technischer Berufsbilder und flexible Weiterbildungswege für Quereinsteiger:innen im Fokus.
Auch die politischen und organisatorischen Rahmenbedingungen wurden als entscheidend bewertet. Unterstützende Gesetzgebung, integrierte Planung, schnellere Entscheidungsprozesse und ein besseres Verständnis für die Komplexität von Energiesystemen sind zentrale Voraussetzungen, damit Qualifizierung auch in konkrete Umsetzung münden kann.
Der Workshop machte deutlich, dass der Bedarf an Weiterentwicklung bestehender und an neuen Trainings und Schulungen für die Entwicklung einer qualifizierten, interdisziplinären und zukunftsorientierten DHC-Fachkräftebasis besteht. Die Ergebnisse fließen in die weitere Ausarbeitung und Pilotierung der Trainings- und Mentoringformate der Projekte Skills4DHC und DHC Academy ein.
Auftrag/Fördergeber
Programm
Projektkoordinator
Projektpartner
- AEE INTEC
- Euroheat & Power
- PLANENERGI FOND
- MTÜ Enerhack Foundation
- AGFW-ARBEITSGEMEINSCHAFT FERNWÄRME
- Irish District Energy Association CLG
- Politecnico di Milano
- Stichting Warmtenetwerk