Solare Warmwasserbereitstellung weltweit neu denken

© SOLTRAIN/AEE INTEC

Die Nachfrage nach Warmwasser steigt weltweit kontinuierlich an, insbesondere aufgrund höherer Ansprüche an Hygiene und Nutzer*innenkomfort. Auf globaler Ebene basiert die Warmwasserversorgung überwiegend auf fossilen Energieträgern. Solartechnologien machen aktuell weltweit nur 2 Prozent der Wärmeversorgung aus, obwohl sie gerade in relevanten Zielmärkten mit hoher solarer Einstrahlung viele Vorteile bieten.

Das Projekt der Internationalen Energieagentur IEA SHC Task 69 zielt darauf ab, Schlüsseltechnologien der solaren Warmwasserbereitstellung kostengünstiger, leistungsfähiger und zuverlässiger zu machen. Der Task fokussiert sich auf zwei Technologien, die im Jahr 2030 und darüber hinaus auf globaler Ebene die voraussichtlich wichtigste Rolle spielen werden: Thermosiphonsysteme und PV-Anlagen zur Warmwasserbereitstellung. Vorteile dieser Technologien sind der Verzicht auf den Einsatz von Pumpen, geringer Wartungsaufwand und relativ niedrige Investitionskosten.

Inhaltich beschäftigt sich der Task mit

  1. der Erstellung von Marktanalysen über solare Warmwasserbereitstellung in unterschiedlichen Regionen sowie der Identifikation des Potenzials von neuen Systemdesigns, insbesondere des Einsatzes intelligenter Regelungen und Komponenten,
  2. der Durchführung von Systemoptimierungen zur Ertragssteigerung und Senkung der Herstellungs- und Betriebskosten mit Schwerpunkt auf Thermosiphonsystemen, Implementierung von Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensdauer, Zuverlässigkeit, Benutzer*innenfreundlichkeit und CO2-Bilanz, beispielsweise durch energie- und ressourceneffizientere Herstellungsprozesse,
  3. der Entwicklung und Harmonisierung neuer und aktueller Normen sowie der Erstellung von Schulungsunterlagen,
  4. und der Identifizierung und Priorisierung des F&E-Bedarfs, der Stärkung lokaler Industrien, insbesondere in Entwicklungsländern.

Der österreichische Beitrag besteht in der Leitung von Subtask A und betrifft schwerpunktmäßig die Erhebung von Marktdaten, Dokumentation von Best Practice-Beispielen, Analyse von Systemkonfigurationen und Potenzialen zur Kostensenkung, Entwicklung von Bewertungsmethoden und Referenzmodellen, Einbringung konstruktiver und werkstoffbasierter Verbesserungsvorschläge für Thermosiphonsysteme, sowie der Mitarbeit in der Entwicklung von Normen.

Im Rahmen des Projekts finden halbjährlich internationale Task Meetings statt, wo sich Expert*innen aus der ganzen Welt treffen, um ihre Aktivitäten in diesem Themenfeld zu bündeln. Das zweite internationale Task Meeting wird im April 2023 als Side Event im Rahmen der Konferenz „4th International Conference on Solar Technologies & Hybrid Mini Grids to improve energy access” in Palma di Mallorca abgehalten.

Das Projekt wird vom Österreichischen Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie im Rahmen der IEA Forschungskooperation gefördert und von der Österreichischen Forschungsföderungs GmbH abgewickelt.

Projektpartner
GREENoneTEC Solarindustrie GmbH
Universität Linz – Institut für Polymeric Materials and Testing

Kontakt
Daniel Tschopp