Gemeinsam Fernwärme transformieren: heat35-Workshop in Maribor, Slowenien

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© Energitika Maribor / Ljubo Germic

Am 12. März 2026 kamen in Maribor mehr als 35 Vertreter:innen der slowenischen Fernwärmebranche zusammen, um konkrete Wege für die Transformation bestehender Wärmenetze zu diskutieren. Am Workshop im Rahmen des Interreg Central Europe Projekts heat35 nahmen unter anderem Energieversorger wie Energitika Maribor und Energitika Celje, das Jozef Stefan Institute sowie lokale Energieagenturen wie Energap teil. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Fernwärmesysteme in Slowenien schrittweise defossilisiert, resilienter gestaltet und unabhängiger von Erdgas und Kohle werden können.

Der Wärme- und Kältesektor verursacht einen erheblichen Anteil des Endenergieverbrauchs. Auch viele Fernwärmesysteme in Mittel- und Osteuropa sind weiterhin stark von fossilen Energieträgern abhängig. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Versorgungssicherheit, Energieeffizienz und Dekarbonisierung. Die überarbeitete Energieeffizienzrichtlinie setzt dabei klare Zielmarken: Fernwärmesysteme sollen künftig deutlich höhere Anteile erneuerbarer Energien und Abwärme integrieren. Genau an dieser Schnittstelle setzt heat35 an.

Slowenien verfügt insbesondere in städtischen Gebieten über etablierte Fernwärmestrukturen. Beispiele wie Maribor oder Ljubljana mit hohen Anteilen an fossilen Wärmequellen (Erdgas, zum Teil auch Kohle) zeigen jedoch, dass die weitere Transformation technisch, organisatorisch und wirtschaftlich anspruchsvoll ist. Künftig müssen verstärkt unterschiedliche Wärmequellen wie industrielle Abwärme, Abwasser, Geothermie, Solarthermie oder andere lokal verfügbare erneuerbare Potenziale in bestehende Systeme eingebunden werden. Damit werden Fernwärmesysteme komplexer, dezentraler und stärker von integrierter Planung, Monitoring und Qualitätssicherung abhängig.

Der Workshop in Maribor diente daher dem fachlichen Austausch zwischen österreichischen und slowenischen Expert*innen. AEE INTEC stellte Erfahrungen aus der Transformation österreichischer Fernwärmesysteme sowie Ergebnisse aus dem internationalen IEA DHC Projekt Annex TS5 vor. Ergänzend wurden zentrale Elemente des österreichischen Programms „qm Heizwerke“ erläutert und gemeinsam mit den slowenischen Teilnehmer*innen im Hinblick auf eine mögliche Übertragbarkeit diskutiert.

Ein wesentliches Ergebnis des Workshops war die gemeinsame Identifikation nächster Schritte: Neben der weiteren Analyse der slowenischen Rahmenbedingungen wurden insbesondere die Einführung qualitätsgesicherter Planungs- und Umsetzungsprozesse, die systematische Bewertung lokaler erneuerbarer Wärmequellen und die stärkere Verankerung von Transformationsplänen für Fernwärmenetze als zentrale Handlungsfelder herausgearbeitet. Diskutiert wurden auch Verantwortlichkeiten, institutionelle Voraussetzungen und mögliche Formate für die weitere Zusammenarbeit.

Der Austausch soll im Projekt heat35 durch weitere Expert*innenmeetings fortgesetzt werden. Geplant sind unter anderem vertiefende Gespräche zu einem möglichen Qualitätsmanagementsystem für slowenische Fernwärmenetze sowie technische Workshops zur Integration erneuerbarer Energien und Abwärme. Ziel ist es, in kooperativer Zusammenarbeit konkrete Grundlagen für die Defossilisierung der Fernwärme in Slowenien zu entwickeln und die beteiligten Netze schrittweise zu Vorzeigeprojekten in Mitteleuropa weiterzuentwickeln.

 

Auftrag/Fördergeber

Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur

Programm

Interreg Central Europe

Projektkoordinator

Energetski institut Hrvoje Požar (Energy institute Hrvoje Požar – EIHP)

Projektpartner

 

Kontakt

Christian Ramerstorfer