ATESREF – Aquifer Thermal Energy Storage und Reinjektion am Beispiel Fürstenfeld

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Um eine vollständige Dekarbonisierung des Wärmesektors voranzutreiben, ist die Überbrückung der zeitlichen Diskrepanz zwischen dem oftmals fluktuierenden Wärmeangebot aus erneuerbaren Quellen (z.B. Solarthermie) und dem hohen winterlichen Bedarf unerlässlich. Aquifer Thermal Energy Storage (ATES) bietet eine innovative und leistungsstarke Lösung für die Herausforderung einer solcher Energiespeicherung. Bei diesem Verfahren wird überschüssige Wärmeenergie, die beispielsweise im Sommer anfällt, in unterirdischen wasserführenden Schichten (Aquiferen) gespeichert, sodass sie während der Heizperiode zur Verfügung steht, wenn der Wärmebedarf seinen saisonalen Höchststand erreicht. ATES ermöglicht so eine zuverlässige und klimaneutrale Wärmeversorgung über alle Jahreszeiten hinweg. Um diese Technologie in Österreich zur Marktreife zu bringen und den ersten ATES-Speicher in Betrieb nehmen zu können, sind jedoch noch gezielte Forschungs- und Entwicklungsschritte notwendig.

Das Projekt ATESref adressiert diese notwendigen Forschungsfragen am exemplarischen Standort Fürstenfeld im steirischen Becken. Die Arbeiten umfassen die detaillierte geologische Recherche und Neubearbeitung von Seismikprofilen, um die genaue Ausdehnung potenzieller Speicherhorizonte präzise zu bestimmen. Weitere Schwerpunkte sind die numerische Modellierung, die Entwicklung von Integrationskonzepten für das lokale Wärmenetz sowie die Untersuchung technischer Herausforderungen wie Reinjektionsprozesse und hydrogeochemische Fragestellungen für einen stabilen und langjährigen Betrieb. Abgeschlossen wird das Projekt durch eine umfassende rechtliche, ökonomische und ökologische Evaluierung, die darauf abzielt, die notwendigen Rahmenbedingungen für die erfolgreiche Implementierung von ATES in Österreich zu schaffen.

Jakob Hütter, B.Sc.

Jakob Hütter, B.Sc.

Arbeitsschwerpunkte:

Systemintegration von Großwärmespeicher, Modellierung und Simulation