GRISU-EX – Doppelnutzung von Löschwasser- und Sprinklerbecken als thermische Energiespeicher

© AEE INTEC / Matthias Leitner

Sprinklerbecken sind sicherheitsrelevante Einrichtungen, die im Brandfall Löschwasser für zahlreiche Gebäudetypen wie Logistikzentren, Möbel- und Einkaufshäuser, Hotels, Büro- oder Produktionsgebäude bereitstellen. In Österreich existieren rund 10.000 Anlagen mit insgesamt etwa 6 Mio. m³ Löschwasser, das idealerweise niemals zum Einsatz kommt. Wird dieses Wasservolumen aber thermisch aktiviert und beispielsweise um 25 K erwärmt, ergibt sich zusätzlich zum sicherheitstechnischen Nutzen ein theoretisches Speicherpotenzial von rund 175 GWh. Dies entspricht dem jährlichen Raumwärmebedarf von etwa 12000 österreichischen Durchschnittshaushalten und zeigt das energetische Nutzungspotenzial dieser Infrastruktur.

Ziel des Projekts ist unter anderem die Entwicklung von Konzepten, um Löschwasserbecken als thermische Speicher in gebäudeinterne Heiz- und Kühlsysteme einzubinden. Durch eine solche Integration eröffnet sich die Möglichkeit Lasten zu verschieben, Spitzenlasten zu senken und Überschussenergie zu speichern. Dies unterstützt eine effizientere Energienutzung, hilft den Anteil erneuerbarer Energien zu erhöhen, womit CO2 Emissionen reduziert werden können, und senkt langfristig Betriebskosten.

Das interdisziplinäre Konsortium analysiert normative und rechtliche Rahmenbedingungen sowie technische, wirtschaftliche und sicherheitstechnische Anforderungen. Die Ergebnisse werden in anwendungsorientierten Dienstleistungen für KMU aufbereitet, um die sichere und wirtschaftlich sinnvolle Nutzung von Sprinklerbecken als Energiespeicher zu ermöglichen.

DI Dr. Matthias Leitner

DI Dr. Matthias Leitner

Arbeitsschwerpunkte: Sensible Großwärmespeicher bis 120 °C, Sorptionsspeicher bis 300 °C, Modellierung und Simulation