iWaterCheck – Methode zur Identifikation von wasserbezogenen Optimierungsmaßnahmen in KMUs als Basis für standardisierte Wasseraudits

Wasserverbrauch entsteht, zugleich sollte ein Audit auch die Methoden liefern, diesen Verbrauch zu optimieren, angepasst an die Bedürfnisse des jeweiligen Betriebs. Solche Audits existieren derzeit nicht.

Die neue Audit-Methode iWaterCheck von AEE  INTEC, KMU Forschung Austria und V-Research wird diese Lücke schließen: Anders als bei der Bestimmung des Wasser-Fußabdrucks, bei dem in einem Life Cycle Assessment gemessen wird, wieviel Wasser ein Produkt durch Produktion und Prozesse verbraucht, wird sich iWaterCheck darüber hinaus auf die Potenziale zur Optimierung dieses Verbrauchs konzentrieren und Maßnahmen zur Wassereinsparung identifizieren. iWaterCheck unterscheidet sich dabei aber auch von der Wasser-Pinch-Methode, die zwar ebenfalls zur Optimierung von Wasserverbräuchen entwickelt wurde, allerdings nur drei Instrumente kennt, diesen Verbrauch zu reduzieren. Anders als Pinch wird iWaterCheck auch Technologien der Wasserbehandlung, die erst im Entstehen begriffen sind, umfassen, zum Beispiel Membrandestillation, Elektrolyse, Kristallisationstechnologie oder Elektro-Dialyse.

Hinter iWaterCheck steht eine Datenbank, die von AEE  INTEC und den beiden Forschungspartner*innen KMU Forschung Austria und V-Research aufgebaut wird. Diese Datenbank enthält die wesentlichen Kenndaten und Leistungsparameter sowie – für KMU wesentlich – die Kosten der Wassertechnologien. Darunter sind sowohl etablierte Verfahren, aber auch neue Technologien. Für diese Datenbank wird ein Algorithmus programmiert, der die jeweiligen Optimierungsziele eines Betriebs automatisch mit den dafür geeigneten Technologien kombiniert. Unter diesen sind sowohl solche zur Einsparung von Wasser, als auch solche zur Wasserbehandlung- und für das Wertstoffrecycling.

Im Zuge von iWaterCheck wird AEE  INTEC unter anderem auch drei Fallstudien mit KMU durchführen, um die Methodik zu entwickeln, zu testen und zu optimieren.

Für KMU ist iWatercheck von besonderer Relevanz, beispielsweise fast 93 Prozent aller Betriebe im Lebensmittelsektor sind KMUs. Die Notwendigkeit, ressourcenschonend zu arbeiten und dies gegenüber Konsumenten und Kunden darzustellen, betrifft Betriebe aller Branchen gleichermaßen, allerdings können Konzerne leichter eigene Audits beauftragen und Strategien designen. KMU fehlen dazu die Ressourcen.  Sie erhalten damit oftmals auch nicht den Zugang zu den Technologien, die ihren Ressourcenverbrauch optimieren könnten. Auch sind bestehende technologische Risiken für sie nur schwer einzuschätzen. Ein Umstand, dem iWaterCheck mit einem umfassenden technologisch-ökonomischen Assessment begegnet. iWaterCheck gleicht auf diese Weise auch strukturelle Ungleichgewichte aus und mit iWaterCheck steht eine einfache und effiziente Auditmethode zur Optimierung des Wasserbedarfs bereit.

DI (FH) Christian Platzer, MSc

DI (FH) Christian Platzer, MSc

Arbeitsschwerpunkte: Closed loop recycling, Membrandestillation

Projektkoordination

AEE – Institut für Nachhaltige Technologien

Status

abgeschlossen