Einblicke in die Zukunft der Wärmeversorgung in Wald im Pinzgau
Das Heizwerk Wald im Pinzgau der Salzburg AG hat in den letzten Monaten umfassende Erneuerungen durchlaufen. Angestoßen wurden diese durch das vom Klima- und Energiefonds geförderte Forschungsprojekt „BM-Retrofit“. Das übergeordnete Ziel des Projekts ist es, bestehende Wärmenetze an zukünftige Anforderungen anzupassen und damit einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele zu leisten. Ein interdisziplinäres Team aus Forschung, Technologie und Energieversorgern arbeitet über einen Zeitraum von drei Jahren an der Entwicklung und Demonstration ganzheitlicher Modernisierungskonzepte sowie der Erweiterung bestehender Fernwärmesysteme. Die entwickelten Musterlösungen werden in mehreren biomassebasierten Fernwärmenetzen, darunter in Wald im Pinzgau, getestet und analysiert.
Die Modernisierungsmaßnahmen in Wald umfassten insbesondere die Einbindung des benachbarten Wasserkraftwerks. Die Abwärme, die bei der Kühlung des Generators im Wasserkraftwerk entsteht, wird künftig von einer Wärmepumpe mit einer thermischen Leistung von 250 kW in nutzbare Wärmeenergie umgewandelt. Mit einem zusätzlichen elektrischen Kessel (Power to Heat – P2H Anlage) kann die Temperatur im Bedarfsfall weiter erhöht werden. Der für den Betrieb der neuen Erzeugungsanlagen (Wärmepumpe und P2H Anlage) benötigte Strom wird durch das Wasserkraftwerk produziert. Dadurch kann in den Sommermonaten ausreichend Wärme erzeugt werden, um die Kund*innen der Salzburg AG in Wald im Pinzgau mit nachhaltiger Wärme zu versorgen. Zusätzlich wurde ein Pufferspeicher mit einem Volumen von 30.000 Liter installiert, um die Versorgungssicherheit und Flexibilität in der Wärmeversorgung zu erhöhen. Dadurch kann der Betrieb des Biomassekessels in den Sommermonaten ausgesetzt werden. Das spart wertvolle heimische Biomasse und reduziert lokale Emissionen auf ein Minimum.
Wärmeversorgung in Wald aus 100 % erneuerbaren Wärmequellen
Die zukünftige Wärmeversorgung in Wald im Pinzgau erfolgt somit zu 100 % aus erneuerbaren und lokalen Wärmequellen (Biomasse, Abwärme, Strom), wobei der fossile Ölkessel ausschließlich für Notfälle dient. Durch diese direkte Substitution kann jährlich eine Einsparung von rund 10.000 Liter Öl (rund 100.000 kWh) sowie eine CO₂-Reduktion von etwa 30 Tonnen erreicht werden. Zusätzlich kann der Gesamtverbrauch an Biomasse durch den optimierten Betrieb des Biomassekessels in Kombination mit der Abwärmenutzung um rund 1.000 Schüttraummeter gesenkt werden, was einen wichtigen Beitrag zur Schonung der wertvollen Ressource Biomasse liefert.
Einbindung der wesentlichen Akteure sowie Öffentlichkeit am Tag der offenen Tür
Vertreter von Land Salzburg sowie der Gemeinde Wald im Pinzgau, Bürger*innen, Interessierte aus der Region und Projektpartner*innen aus ganz Österreich waren beim Tag der offenen Tür am 6. September 2024 dabei, um sich direkt vor Ort ein Bild von den Modernisierungsmaßnahmen machen zu können. Im Rahmen der Besichtigung der neuen Anlagentechnik hatten die Teilnehmer*innen zudem die Möglichkeit, sich mit den Expert*innen über aktuelle Entwicklungen im Bereich der nachhaltigen Energieversorgung auszutauschen. Der Tag der offenen Tür im Heizwerk Wald war somit nicht nur eine Gelegenheit, die Fortschritte der Modernisierung zu präsentieren, sondern auch ein wichtiger Schritt, um den Dialog zwischen Technik, Forschung und der Öffentlichkeit zu stärken. Die positive Resonanz der Besucher*innen und der anwesenden Expert*innen zeigte, dass das Heizwerk Wald auf dem richtigen Weg ist, die Energieversorgung der Zukunft aktiv mitzugestalten.
Auftrag/Fördergeber
- Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie
- Klima- und Energiefonds
Programm
Vorzeigeregion Energie – Green Energy Lab
Projektkoordinator
Projektpartner
- AIT Austrian Institute of Technology GmbH
- BEST – Bioenergy and Sustainable Technologies GmbH
- Bioenergie-Service GenmbH
- Energieagentur Obersteiermark GmbH
- EQUANS Energie GmbH
- Büro für Erneuerbare Energie Ing. Leo Riebenbauer GmbH
- JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH
- Pink GmbH
- Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation
- StadtLABOR – Innovationen für urbane Lebensqualität GmbH
- STEPSAHEAD Energiesysteme GmbH
- Technische Universität Wien – Energy Economics Group