Leitfaden zu Membranen in Bioraffinerien neu überarbeitet
Im Rahmen des internationalen Projekts „Membranfiltration zur energieeffizienten Trennung lignozelluloser Biomassebestandteile“ (IEA IETS TCP Task 17) wurde als österreichischer Beitrag eine überarbeitete Version des Leitfadens „Membranes in Biorefineries – Guideline 2.0“ veröffentlicht.
Die in der Neuauflage des Leitfadens überarbeiteten Themenbereiche Langzeitverhalten und Reinigungsstrategien zählen zu den wesentlichen Ergebnissen der Arbeiten des Tasks 17 in der Periode 2020-2022. Der neue Leitfaden ist wie auch schon die erste Ausgabe der Periode 2017-2019 zum Download auf der Website von AEE INTEC verfügbar.
Der Leitfaden besteht neben einem einführenden aus drei wesentlichen inhaltlichen Kapiteln und schließt mit Empfehlungen für die Zukunft, weiteren offenen Forschungsfragen und einem Diskussionskapitel. In Kapitel 3 werden die Membranverfahren Vorwärtsosmose, Membrandestillation, Pervaporation, Membranunterstützte Kristallisation und Flüssigmembranpermeation beschrieben. Merkmale der jeweiligen Technologie hinsichtlich spezifischer technologischer Anforderungen, Stand der Technik, Herausforderungen und Verfügbarkeit der Membrane bzw. Module werden hier angeführt. Zusätzlich wird in diesem Kapitel ein Überblick in Bezug auf mögliche Herausforderungen von Membrananwendungen in Bioraffinerien gegeben. Dabei werden beispielsweise niedrige Einsatzkonzentration, Probleme mit Produktinhibierung oder geringen Produktausbeuten in Bioraffinerien thematisiert. Integrationsbeispiele stellen einen wesentlichen Teil des Leitfadens dar, da es eine der Zielstellungen des Tasks ist, Möglichkeiten der Anwendung von Membranverfahren in Bioraffinerien aufzuzeigen. In diesem Kapitel werden Ergebnisse unterschiedlicher internationaler Partner präsentiert. In Kapitel 5 wird eine Anleitung in Bezug auf die Herangehensweise zur Evaluierung der Eignung eines Membranverfahrens für eine bestimmte biobasierte Anwendung gegeben. Zudem werden Strategien zur Vorbehandlung und Reinigung der Membranen dargestellt.
Konkreter Forschungsbedarf wird in den Bereichen der Abtrennung flüchtiger Stoffe mittels Membrandestillation, neuartiger und nachhaltiger Membranmaterialien für selektive Trennung flüchtiger Komponenten, Membranreaktoren für die Kopplung von Reaktion und Separation sowie neuartigen Membranmodulen für die Behandlung von Strömen mit hohen Feststoffgehalten gesehen.
Projektpartner
TU Graz – www.tugraz.at
Kontakt
Judith Buchmaier