Mehr als nur Spülen – Neue Ansätze für die Kunststoffwäsche im Praxistest
Beim Konsortialtreffen am 8. April 2025 besuchten die Partner des Leitprojekts circPlast-mr die 2024 in Betrieb genommene Sortieranlage TRIPLAST. Dort werden jährlich rund 100.000 Tonnen Kunststoffabfälle mittels modernster Sortiertechnologien in 24 Fraktionen getrennt – eine zentrale Voraussetzung für das werkstoffliche Recycling auf hohem Qualitätsniveau. Die großen Mengen der Abfallfraktionen zeigen die Bedeutung der verfahrenstechnischen Forschung für optimierte Recyclingverfahren, um diese sortierten Ausgangsstoffe letztlich in Recyclingprodukte zu verarbeiten.
AEE INTEC hat in Zusammenarbeit mit Lindner WashTech und der Johannes Kepler Universität Linz (JKU) neue Erkenntnisse zur Optimierung der Flake-Wäsche gewonnen. Auf Basis eines neu entwickelten Indikators zur Flake-Reinheit wurden zentrale Prozessparameter identifiziert, darunter das Verhältnis von Kunststoff zu Wasser, die Anlagenkapazität, Waschtemperaturen, die Anzahl der Waschzyklen sowie die Qualität des eingesetzten Wassers. Zur Ergänzung der bestehenden Technikumsinfrastruktur wird im April 2025 eine Wasseraufbereitungsanlage im Pilotmaßstab durch GAW/Osmo in Betrieb genommen. Erste Vorversuche mit unterschiedlichen Abwässern zeigen die technische Machbarkeit einer Kreislaufführung durch membranbasierte Verfahren wie Ultrafiltration, Nanofiltration und Umkehrosmose. Diese Systeme sollen künftig unter realitätsnahen Bedingungen in die Flake-Wäsche integriert und getestet werden. In den nächsten Monaten liegt der Schwerpunkt der Arbeit für optimierte Kunststoffwäsche darin, experimentelle und industrielle Daten zu sammeln, um Ausgangsstoff-spezifische Prozessmodelle für die Wäsche zu erarbeiten. Ziel ist es, die Wechselwirkungen zwischen Waschzeit, Friktionsintensität und Wasserqualität fundiert abzubilden. Diese Modelle sollen als Entscheidungsgrundlage für die Industrie dienen, um anwendungsspezifisch optimierte Waschprozesse zu definieren – ein wesentlicher Beitrag zur Sicherstellung gleichbleibend hoher Rezyklatqualität für unterschiedliche Endprodukte.
Auftrag/Fördergeber
Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BM IMI)
Programm
FFG Kreislaufwirtschaft – Ressourcenwende
Projektkoordinator
Johannes Kepler Universität Linz (JKU)
Projektpartner
11 Wissenschaftliche Partner*innen
- Johannes Kepler Universität Linz: Institut für Polymeric Materials and Testing
- Johannes Kepler Universität Linz: LIT Factory
- Johannes Kepler Universität Linz: Institut für Chemische Technologie Organischer Stoffe
- Johannes Kepler Universität Linz: Institut für Umweltrecht
- AEE – Institut für Nachhaltige Technologien
- Competence Center CHASE GmbH
- Energieinstitut an der JKU Linz
- JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH
- Montanuniversität Leoben: Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft
- Software Competence Center Hagenberg GmbH
- Transfercenter für Kunststofftechnik GmbH
14 Unternehmenspartner*innen
- ALPLA Werke Alwin Lehner GmbH & Co KG
- Altstoff Recycling Austria AG
- APC Advanced Polymer Compounds
- Borealis Polyolefine GmbH
- Business Upper Austria – OÖ Wirtschaftsagentur GmbH
- ENGEL Austria GmbH
- EREMA Engineering Recycling Maschinen u. Anlagen GmbH
- GAW technologies GmbH
- Greiner Packaging International GmbH
- Lindner Recyclingtech GmbH
- O.Ö. Landes-Abfallverwertungsunternehmen GmbH
- OSMO Membrane Systems GmbH
- Saubermacher Dienstleistungs AG
- Starlinger & Co. Gesellschaft m.b. H. – viscotec