Projektwoche zu Analytik und Teamwork: Wege zur Optimierung erneuerbarer Rohstoffe
Im Projekt FeruCycle wurde Mitte Februar die enge Zusammenarbeit gezielt vertieft, indem Forschende von AEE INTEC und der Versuchsanstalt für Getreideverarbeitung (VG) eine Woche lang gemeinsam in den Laboren der VG in Wien arbeiteten. Ziel war es, methodische Grundlagen und abgestimmte Arbeitsroutinen zu etablieren, sodass die Prozessentwicklung im Projekt auf einer belastbaren und vergleichbaren Datenbasis aufbauen kann und die weiteren Arbeitsschritte beider Institute optimal ineinandergreifen.
Unser Leben ist nach wie vor stark von fossilen Rohstoffen geprägt – etwa in Kunst- und Klebstoffen oder auch Pflegeprodukten. Für eine nachhaltige, klimaneutrale und zirkuläre Produktionsweise sind biobasierte Alternativen erforderlich, die in ausreichender Menge, definierter Qualität und zu wirtschaftlichen Konditionen verfügbar sind.
Hier setzt das Forschungsprojekt FeruCycle an: Es nutzt bislang geringwertig eingesetzte Agrarabfallprodukte wie Kleien und Maisspindeln als regionale Rohstoffquelle und verfolgt das Ziel, daraus die biogene Plattformchemikalie Ferulasäure zu gewinnen. Aufgrund ihrer antioxidativen, antibakteriellen und UV-schützenden Eigenschaften eignet sich Ferulasäure für Anwendungen in Kosmetik, Nahrungsergänzungsmitteln sowie biobasierten Kunststoffen.
Projektziele und Fokus
AEE INTEC entwickelt gemeinsam mit der Versuchsanstalt für Getreideverarbeitung und der KMU Forschung Austria im Projekt ein möglichst einfaches und robustes biotechnologisches Verfahren. Parallel dazu werden wirtschaftliche Umsetzungskonzepte erarbeitet – insbesondere für kleinstrukturierte Mühlenbetriebe und weitere Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette.
Im Zentrum stehen dabei:
- Effiziente Gewinnung von biogener Ferulasäure durch die gezielte Kombination von Ausgangsmaterial, Vermahlung und biokatalytischem Extraktionsprozess
- Bewertung wirtschaftlicher Umsetzungskonzepte gemeinsam mit Unternehmenspartnern für die Gewinnung und Anwendung von Ferulasäure sowie der benötigten Technologien
- Aufbau eines Akteursnetzwerks zur nachhaltigen Implementierung der Projektergebnisse über die Projektdauer hinaus
Projektwoche in Wien: Wissenstransfer, Abstimmung und methodische Grundlagenarbeit
Damit die im Projekt entwickelten Extraktions- und Prozessintensivierungsansätze objektiv vergleichbar sind, sind von Beginn an eine belastbare Analytik und ein gemeinsamer Benchmark erforderlich – genau daran wurde während der Projektwoche fachlich und organisatorisch gearbeitet.
Neben der methodischen Abstimmung wurden Rollen, Schnittstellen und nächste Schritte zwischen AEE INTEC und VG so koordiniert, dass Entwicklungsarbeit, Analytik und Bewertungskriterien durchgängig ineinandergreifen. Die gemeinsame Laborwoche verkürzte Abstimmungsschleifen, erleichterte die Problemlösung und stärkte den Teamzusammenhalt – ein wichtiger Vorteil für die kommende Experimentier- und Entwicklungsphase.
Ausblick
Auf Basis einer abgestimmten Analytik und eines gemeinsamen Benchmarks kann FeruCycle die nächsten Schritte – vom Substrat- und Prozessscreening bis zur Weiterentwicklung und Bewertung der biokatalytischen Extraktion – datenbasiert und vergleichbar umsetzen. Damit werden zentrale Voraussetzungen geschaffen, um Ferulasäure aus regionalen Agrar-Nebenprodukten technisch robust und wirtschaftlich nutzbar zu machen.
Auftrag/Fördergeber
Programm
Strategische Projekte der Austrian Cooperative Research (ACR)