Hochauflösende thermale Satellitendaten für die Raumplanung unterstützen zukünftig bei der klimafitten Stadtplanung
Wie lassen sich Fernerkundungsdaten zielgerichtet für die Energie(raum)planung und Klimawandelanpassung einsetzen? Dieser Frage widmete sich das Forschungsprojekt TopView im Rahmen zweier Stakeholder-Workshops am 2. April 2025 in Salzburg und am 9. April 2025 in Graz.
Seit Jänner diesen Jahres arbeitet das Projektteam von TopView daran, hochauflösende thermale Satellitendaten mit KI-gestützter Bildverarbeitung zu verknüpfen – mit dem Ziel, Städte und Gemeinden mit präzisen, aktuellen und automatisiert aufbereiteten Geodaten bei klima- und energiebezogenen Planungsprozessen zu unterstützen. Unter der Leitung von AEE INTEC bündeln die Projektpartner ihre jeweiligen Kompetenzen: Die Energie Agentur Steiermark und das Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen fungieren als praxisnahe Schnittstellen zur kommunalen Anwendung. Die Research Studios Austria und AEE INTEC sowie die Start-ups Termatics und N Vision bringen ihre Expertise in den Bereichen GIScience, Fernerkundung und automatisierter Bilderkennung ein.
In den Workshops wurden gemeinsam mit Fachleuten aus Verwaltung, Planung und Forschung konkrete Anwendungsfälle diskutiert. Dabei wurde klar: Der Bedarf an smart aufbereiteten Geodaten ist hoch – etwa für die automatische Erfassung und Klassifikation von Dachformen, Gründächern und technischer Gebäudeausstattung wie PV- und Solarthermieanlagen. Mittels GEOBIA (Geographic Object-Based Image Analysis) von der Firma N Vision lassen sich belastbare Entscheidungsgrundlagen ableiten, etwa zur Identifikation geeigneter Dachflächen für Solarenergienutzung oder Begrünung – von der Potenzialanalyse bis zur konkreten Planungshilfe.
Weitere zentrale Anwendungsmöglichkeiten sind die Identifikation urbaner Hitzeinseln sowie unbeheizter oder frostfrei gehaltener Gebäude aus thermalen Satelliten- bzw. Befliegungsdaten. Diese Erkenntnisse liefern wichtige Grundlagen für zielgerichtete Klimaanpassungsmaßnahmen und eine präzisere Wärmeplanung in Kommunen.
Der intensive Austausch zeigte deutlich: Nur wenn die Anforderungen und Perspektiven der Anwender* innen frühzeitig in die Entwicklung einfließen, kann ein Projekt wie TopView echte Wirkung entfalten. Die Rückmeldungen der Teilnehmenden fließen daher direkt in die nächsten Arbeitsschritte ein. Diese beinhalten die Konkretisierung der Use Cases, die Spezifikation technischer und datenseitiger Anforderungen, die Datenerhebung für ausgewählte Demogebiete in der Steiermark und Salzburg sowie die prototypische Umsetzung, Visualisierung und Validierung der entwickelten Methoden. Ein weiterer Stakeholder-Workshop ist im finalen Projektjahr 2026 (Herbst) geplant.
Programm/Auftrag/Fördergeber
Gefördert im Programm „Technologien und Innovationen für die klimaneutrale Stadt 2023 (TIKS 2023)“ vom damaligen Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK).
Projektkoordinator
Projektpartner
- Energie Agentur Steiermark gemeinnützige GmbH
- Research Studios Austria Forschungsgesellschaft mbH
- N Vision Software GmbH
- Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen GmbH
- Termatics